Berufsgeheimnis – Was ist das und was ist zu beachten?

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Berufsgeheimnisträger erfahren so allerhand pikante Details Berufsgeheimnisträger erfahren so allerhand pikante Details

Ein Berufsgeheimnis ist die beruflich begründete Schweigepflicht.

Zu manchen Berufen gehört es, dass der oder die Ausübende Tatsachen aus dem persönlichen Lebensbereich (oder auch Betriebs- bzw. Geschäftsbereich) anderer Personen erfährt. Typische Beispiele hierfür sind Ärzte, Anwälte, Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

Diese Geheimnisträger haben besondere Rechte und Pflichten.

Berufsgeheimnisträger: Was wäre, wenn…

Der Verstoß gegen das Berufsgeheimnis, also die vorsätzliche oder unbefugte Offenbarung oder Verwertung von Geheimnissen, ist strafbar nach:

  • § 203 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, und
  • § 204 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bei unbefugter Verwertung des fremden Geheimnisses.

Verwertung meint hier die Ausnutzung zur wirtschaftlichen Gewinnerzielung.

Berufsgeheimnisträger sind nicht nur die eigentlich den Beruf Ausübenden, sondern auch jene Personen, die über das Arbeits-, Dienst- oder Datenschutzrecht mitverpflichtet sind, sowie sonstige Dritte, die über geheimnispflichtige Tatsachen oder Umständen Bescheid wissen.

§ 53 StPO

Einige Berufsgeheimnisträger (zum Beispiel Ärzte, Rechtsanwälte, Geistliche, Journalisten) haben nach § 53 StPO in einem Strafverfahren ein Zeugnisverweigerungsrecht.

Die Schweigepflicht gilt also auch gegenüber staatlichen oder sonstigen Vertretern berechtigter Interessen. In besonderen Fällen ist eine Entbindung vom Zeugnisverweigerungsrecht allerdings möglich (§ 53 II StPO).

Der Arbeitsalltag mit Berufsgeheimnissen

So selbstverständlich einem als Laie und Nutznießer der Schweigepflicht die Verschwiegenheit beispielsweise von Ärzten vorkommt, so sehr prägt diese deren tägliche Arbeit. Vertrauliche Daten müssen mit äußerster Umsicht verarbeitet und archiviert werden.

Aus diesem Grund ist es für Berufsgeheimnisträger problematisch, spezialisierte Dienstleistungen von extern in Anspruch zu nehmen. In einer zunehmend digitalen (Geschäfts-)Welt spielt vor allem das IT-Outsourcing eine immer entscheidendere Rolle. Der Aufwand, alles selbst zu stemmen, ist beträchtlich.

Zur Verschwiegenheit verpflichtete Berufsgruppen geht damit die Chance auf umfassende Entlastung verloren. Zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen sind gebunden und können nicht auf andere wichtige Tätigkeiten konzentriert werden.

§ 203 StGB: Endlich neu geregelt

Der Gesetzgeber hat diesen längst überfälligen Punkt erkannt und den entsprechenden Paragrafen neu geregelt, um Berufsgeheimnisträgern mehr Freiheit beim Outsourcing einzuräumen. Mehr dazu lesen Sie hier.


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