Bilendo aus Sicht der Gründer (Teil 1)

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Dieser Artikel ist der erste Artikel der Serie „Die Bilendo-Story”. In dieser Serie schreiben wir über die Entstehungsgeschichte, Erfolge, Niederlagen, Meilensteine und spannenden Geschichten von Bilendo auf dem Weg zu DER Forderungsmanagement-Plattform in Deutschland. Als einer von drei Gründern fühle ich mich für den Bereich Marketing & Kommunikation zuständig. Das ist zwar das, was ich, Florian Kappert, studiert habe, aber eigentlich nicht das, was ich schon immer mache.

Wie schließlich alles begann

Seit Gründung meiner ersten Firma im Jahr 2002 und den frühen Erfahrungen als Selbstständiger wuchs schnell mein Verständnis für Dienstleistungen und Kundengewinnung. Als von Anfang an selbstständiger Webdesigner wurde mir mehr oder weniger schnell vieles klar:

  • Sein eigener Chef sein, ist ziemlich praktisch.
  • Geld auf eigene Rechnung zu verdienen, ist genial.
  • Geld für die Erstellung einer Webseite zu bekommen, ist relativ einfach.
  • Ein Projekt in der versprochenen Zeit fertigzustellen, bedarf vieler verschiedener Skills, die mit Webdesign nicht mehr viel zu tun haben.
  • Bei einem Projekt am Ende auch was zu VERDIENEN, ist schon relativ anspruchsvoll.
  • Und am Ende eine Vielzahl verschiedener Projekte, mit unterschiedlichen Herausforderungen, anderen Kunden, wechselnden Zeitplänen und neuen Anforderungen zu meistern und dabei ein wachsendes Unternehmen aufzubauen …

… Willkommen im Agenturgeschäft!

Das ist, was mein Geschäftspartner Jakob und ich mehr als 12 Jahre praktiziert haben. Dabei bin ich mit vielen Themen in Berührung gekommen - zum Teil im Studium, zum Teil durch Jakobs Studium, zum Teil in Projekten, zum Teil durch Partnerschaften mit anderen Unternehmen - die ich heute nicht mehr missen möchte. Ganz nach Steve Jobs: “You can only connect the dots looking backwards.” Ohne all diese Erfahrungen würden wir heute nicht da stehen, wo wir sind.

1998 habe ich meine erste Webseite erstellt. Wir Webdesigner haben uns damals mit einfachem HTML rumgeschlagen und später mit Macromedia Dreamweaver CSS erforscht. Rasch kam PHP dazu und ich begann, mit Jakobs Hilfe, eigene datenbankbasierte CMS-Systeme für Kunden zu erstellen. Dank Yahoo! und anderen etablierten Suchmaschinen war man ja plötzlich in der Lage, nach Lösungen zu forschen, die andere Menschen schon gefunden hatten. ICQ war für mich eine Offenbarung: „Da sieht man, wenn jemand online ist!” Das war der Wahnsinn, unvorstellbar! Ehe ich mich versah, war ich mittendrin im digitalen Zeitalter. Ich fand schon damals alles interessant, was neu war: ein Handy mit WAP, ein Casio Cassiopeia „Tablet”, das auf Basis von Windows Mobile ermöglichte, E-Mails von unterwegs zu lesen und Termine und Notizen zu machen. Das PHP-basierte System Typo3, das ich auf der Messe Systems in München kennenlernte und mit dem Jakob und ich gleich die ersten Schritte wagten.

Ich war damals schon unfreiwillig ein Techie, weil mich das ganze Zeug einfach tierisch fasziniert hat und immer noch fasziniert. In Verbindung mit der Selbstständigkeit, der bald folgenden Kooperation mit Jakob und dem beginnenden BWL-Studium ist viel zusammengekommen. Moment! BWL? Das studiert man doch nur, wenn man keinen besseren Plan oder zu oft Wallstreet als Teenager gesehen hat und auch endlich Investment Banker werden wollte! Tatsächlich wollte ich aus irgendeinem Grund schon mit ungefähr 12 Jahren BWL studieren. Problematisch wurde es nur, als Jakob und ich 2006 unsere gemeinsame Agentur gründeten und zeitlich dem steigenden Prüfungsdruck der Uni standhalten mussten. Glücklicherweise und dank der Unterstützung zahlreicher netter Professoren und Freunde ging am Ende alles gut aus und ich konnte das Kapitel Universität hinter mir lassen. Mit viel praktischem Wissen und frischer Theorie im Gepäck ging es los mit dem Aufbau der Agentur.

Seit jeher ist es mir wichtig, gute Arbeit zu leisten und Kunden fair zu behandeln. Damit man sich das leisten kann, bleibt eine gute Selbstorganisation nicht aus. Früh haben wir in der Agentur Tools zu Hilfe genommen und schmerzlich in Erfahrung gebracht, was es heißt, eine Software zu kaufen. Mit Adobe Photoshop 4.0, Macromedia Dreamweaver und Flash war eine mittlere 4-stellige Summe futsch. Dazu noch ein völlig überzogenes Mittelstands-ERP-System zur Verwaltung der Kunden, Aufträge und Verträge. Schnell haben wir die Vorzüge von Miet-Software erkannt und waren gleichermaßen fasziniert, wie Unternehmen wie Basecamp Software gebaut haben. Ich dachte mir: „So was müssen wir auch machen!” Gesagt, getan. Jakob und ich trafen uns fortan morgens um 6 (2 Stunden, bevor die ersten Mitarbeiter in die Agentur kamen), um an unseren Produkten zu arbeiten.

Das erste Produkt (2008) war ein Dashboard zur Anzeige der offenen Posten und Monatssaldi, basierend auf unserem ERP-System (1). Das zweite Produkt (2010) war eine Software zur Verwaltung von SEO-Kampagnen zur Steuerung unserer SEO-Leistungen für Kunden. Das dritte Produkt (2013) war eine für den englischen Markt ausgelegte SaaS-Lösung, die Unternehmen zur Verwaltung von Eingangsbelegen und Ausgangsbelegen sowie zum Forecasting und Controlling genutzt haben. Doch egal was wir anfingen, der Agenturalltag hat es zu keiner Zeit zugelassen, die Lösungen weiterzuverfolgen. Die Hoffnung von Build, Publish, Wait and Success erwies sich natürlich schnell als naiv. Was also ändern?

2012 haben Markus und ich uns mehr oder weniger zufällig zum Essen in der Stadt getroffen. Wir haben zum einen recht schnell eine gemeinsame Wellenlänge gefunden und zum anderen ein Projekt beschlossen, das sogleich unser erstes richtiges Start-up wurde. Als Agentur waren wir die IT-Abteilung von Fashionlocals - einem Online-Marktplatz für Mode, der seiner Zeit weit voraus war. Nach Übergabe des Projekts an die interne IT und einigen Monaten Pause haben Markus, Jakob und ich uns erneut an den Tisch gesetzt.

Wir wollten ein paar alte Ideen aus der Vergangenheit wiederaufgreifen und evaluieren, ob man mit modernen Mitteln ein Geschäftsmodell zu diesem Thema auf SaaS-Basis errichten könnte. Die Richtung war von Anfang an klar. Es soll Invoicing, Payment oder ein anderes Thema rund um die Forderung sein. Sowohl Jakob als auch ich hatten in den vergangen 10 Jahren viel Erfahrung im ERP-Umfeld gewonnen und kannten sowohl die vertrieblichen Strukturen als auch die Schwächen etablierter on-premise Lösungen.

Wir machten uns einen Anforderungskatalog, der die folgenden Punkte erfüllen musste:

  • Es muss SaaS sein
  • Zielgruppe sind Unternehmen (B2B)
  • Einsatz als ergänzende Software
  • keine Konkurrenz zu ERP- oder Faktura-Lösungen
  • einfaches Onboarding der Kunden (self onboarding)
  • intuitive Software mit minimalem Support-Aufwand
  • Software für alle Mitarbeiter, nicht nur Spezialisten
  • hohe Anforderungen an den Datenschutz / die IT-Sicherheit
  • Vertriebsmöglichkeit über Multiplikatoren und Inbound Marketing
  • mögliche inhärente Viralität des Produkts

Es war dann tatsächlich sogar einfacher als gedacht. Aus der Sammlung unserer Ideen und Business Cases wurde schnell das Thema Mahnwesen & Forderungsmanagement und es ging los. Namen gefunden, Logo entwickelt, Business Angels gefunden und im April 2015 die Bilendo GmbH gegründet.

Ich hoffe, dass meine Ausführung und Schilderungen motivierten Gründern helfen zu starten, weiterzumachen und die Dinge weiter ins Rollen zu bringen. Wie immer freuen wir uns über Feedback, Anregungen zu kommenden Themen und natürlich über reichlich Shares.

(1) Das eigentliche erste Produkt war Jakobs und meine erste Kooperation 1999. Wir haben damals auf Basis von PHP eine Webseite entwickelt, zu der man sich einloggen und Klassenkameraden einladen konnte. Man konnte Bilder-Alben erstellen und Bilder hochladen. Zu einem Bild konnte man wiederum angeben, wer darauf zu sehen war und man konnte natürlich auch nach diesen Leuten filtern. Um zu kommunizieren, haben wir uns iMessages (kein Witz!) geschickt. Als wir fertig waren, haben wir es ein paar Tage liegen lassen und uns dann nicht getraut, unsere Freunde einzuladen. Wer würde schon seine ganzen Daten auf einer Webseite preisgeben und dafür auch noch Zeit investieren? :-)


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