Bilendo aus Sicht der Gründer (Teil 3) - Jakob Beyer

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Jakob Beyer, Mitgründer von Bilendo Jakob Beyer, Mitgründer von Bilendo

Dieser Artikel ist der dritte Artikel der Serie „Die Bilendo-Story”. Diesmal beschreibt Jakob Beyer aus seiner Sicht die Entstehungsgeschichte, Erfolge, Niederlagen, Meilensteine und spannenden Geschichten von Bilendo auf dem Weg zu DER Debitorenmanagement Software in Deutschland.

Als einer von drei Gründern und absoluter Techie war ich von Anfang an für den Bereich IT zuständig. Ich habe die ersten Code-Zeilen von Bilendo geschrieben und kenne immer noch jede Zeile des Sourcecodes. Zwar haben sich im Laufe der Zeit meine Aufgabengebiete in alle möglichen Richtungen ausgedehnt, ich genieße es aber immer noch, wenn ich selbst zum Programmieren komme und den Sourcecode von Bilendo weiterentwickeln kann.

Vom Hobby zur ersten eigenen Firma und den damit verbundenen Pflichten

Im Alter von 14 Jahren brachte ich mir aus eigenem Interesse selbst bei, wie man Internetseiten programmiert. Nach einiger Zeit wurde ich von Bekannten angesprochen, ob ich deren Internetauftritt erstellen könnte. Dafür wollten sie aber eine Rechnung von mir - mir war bis dahin gar nicht klar, dass es Leute gibt, die so was nicht selbst machen können.

Daher gründete ich mit 18 Jahren eine eigene Firma und fing an, mit meinem Hobby Geld zu verdienen. Die ersten Aufträge waren kleine Internetseiten für Freunde oder Firmen vor Ort. Zu Beginn waren auch die ganzen Verwaltungsaufgaben neu und spannend: Angebote und Rechnungen schreiben, Buchhaltung führen und erste Steuererklärungen erstellen. Diese Verwaltungsaufgaben beanspruchten schon immer viel Zeit, die Faszination daran ließ aber schon bald nach - hielten sie mich doch von der eigentlichen Arbeit, dem Programmieren, ab.

Vom ersten Büro zu den ersten unbezahlten Rechnungen

Meine Stärke war immer die Programmierung, weil ich Probleme nüchtern und analytisch angehe. Die Tatsache, dass Internetseiten auch ein Design brauchen, störte mich deshalb eher - praktischerweise kannte ich Flo, der eine ähnliche Vorgeschichte wie ich hatte, sich auch selbstständig gemacht hatte und dessen Stärke im Designen von Internetseiten lag.

Also „fusionierten” wir unsere Firmen und führten fortan alle Aufträge gemeinsam aus - so konnten wir beide unsere Stärken optimal einbinden und effizienter arbeiten.

2004 begann ich Medieninformatik in München zu studieren. Das damals noch ganz neue Fach klang sehr interessant und wie geschaffen für meine Leidenschaft. Zwei Jahre später gründeten Flo und ich gemeinsam unsere erste „richtige” Firma. Zwar war der Firmensitz unserer 2-Mann-GmbH in meinem Kinderzimmer bei meinen Eltern unter dem Dach, wir verfügten aber über ein Warenwirtschaftssystem mit professioneller Finanzbuchhaltung - zumindest bei der Buchhaltung standen wir also Großkonzernen in Nichts nach. Wir hatten damals das Gefühl, dass man so eine Software braucht - von der komplizierten und umständlichen Bedienung waren wir aber leider ziemlich enttäuscht.

Während ich in München studierte, zog Flo nach Augsburg, um dort zu studieren. In dieser Zeit lernten wir, über das Internet zusammenzuarbeiten. Tagsüber waren wir beide (mehr oder weniger regelmäßig) in der Uni und abends fanden wir uns via ICQ oder Skype zusammen, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten.

2009 folgte der nächste große Schritt: Wir bezogen das erste gemeinsame Büro im Gebäude einer befreundeten Firma, die sich unter anderem auf Buchhaltungslösungen spezialisiert hatte. Das eigene Büro führte zum einen dazu, dass ich nur noch im Büro und gar nicht mehr in der Uni war und zum anderen dazu, dass wir uns noch viel intensiver mit der Firma und unserer Selbstständigkeit beschäftigten. Wir versuchten, unsere IT-Infrastruktur bestmöglich aufzubauen und schrieben Schnittstellen für unsere Finanzbuchhaltung, damit wir unser eigenes Reporting daran anschließen konnten.

In dieser Zeit fingen wir auch an, immer mehr Cloud-Software zu verwenden. Da wir es gewohnt waren, über das Internet zusammenzuarbeiten, wussten wir es zu schätzen, dass man unabhängig von lokalen Servern und von „überall auf der Welt” zusammenarbeiten kann.

Die Agentur wuchs langsam an, die ersten Mitarbeiter kamen dazu und die Projekte wurden größer. Mit steigender Projektanzahl stieg natürlich auch der Backoffice-Aufwand an. Wir versuchten zu optimieren, wo es nur ging - aber eine Sache machten wir immer manuell: das Ausdrucken, Falten und Kuvertieren der Rechnungen am Monatsende. Es war immer ein gutes Gefühl, noch mal zu sehen bzw. zu fühlen, was man in dem Monat geleistet hatte und das Verschicken der Rechnungen war oft auch ein emotionaler Abschluss der Projekte.

Mit steigender Rechnungsanzahl wurde es immer unübersichtlicher zu wissen, welcher Kunde noch nicht gezahlt hatte und von wem überhaupt noch Geld kommen sollte. Es lag weniger an der fehlenden Software - hier hatten wir eine gute (aber zu große) Lösung - sondern eher an der mangelnden Bedienung. Je mehr Projekte es gab, desto weniger Zeit blieb für „langweilige” Themen wie die Buchhaltung. So kam es dazu, dass wir die Buchhaltung immer öfter nach hinten verschoben oder ignorierten und damit auch viel später an den Steuerberater meldeten als in den Anfangstagen.

Für uns war das Thema nicht sonderlich wichtig, da in den Anfangstagen eh jeder Kunde gleich bezahlt hatte und wir uns deshalb fragten, warum man so etwas wie Mahnungen überhaupt brauchen sollte. Wir machten eine gute Arbeit und wurden dafür regelmäßig bezahlt - wer braucht denn eine Übersicht über die offenen Posten?

Leider fing es irgendwann an, dass Kunden plötzlich vereinzelt nicht mehr zahlten - so sammelten sich im Laufe der Zeit viele kleinere Beträge an. Als dann auch mal größere Beträge nicht mehr bezahlt wurden, übergaben wir alles an unseren Steuerberater, der sich fortan darum kümmerte.

Die Agentur wuchs indessen weiter und wir setzten immer mehr Cloud-Projekte für unsere Kunden um. Dabei sahen wir oft, wie Ideen, die wir im Auftrag von Kunden umgesetzt hatten, funktionierten - oder aber trotz einer guten Idee im Nachgang scheiterten. Unsere Agentur selbst war komplett cloudbasiert aufgestellt, sodass jeder unabhängig von unserem Büro an allen Projekten arbeiten konnte. Einzig und allein für das leidige Thema Mahnwesen hatten wir noch keine gute Lösung gefunden.

Drei Gründer mit einer pragmatischen Idee

In einem früheren Projekt mit der Agentur hatten wir Markus kennengelernt und nach einem mehrmonatigen Brainstorming beschlossen wir, „noch mal neu zu gründen”. Uns war klar, dass es eine Cloud-Software sein sollte, die ein Problem löst, das wir selbst hatten - und bei dem wir uns sicher sind, dass wir mit unserer bestehenden Erfahrung und pragmatischen Herangehensweise ein gutes, modernes Produkt entwickeln können.

Da wir selbst die Transformation von einer Rechnung pro Monat hin zu mehr als 100 Rechnungen pro Monat durchgemacht, uns in diversen ERP-Projekten die IT-Landschaft bei vielen Kunden angesehen und durch unsere Partner tiefe Einblicke in die Warenwirtschafts- und Buchhaltungswelt erhalten hatten, gab es von Anfang an eine klare Vorstellung davon, wie Bilendo werden sollte.

Unser Ziel war es, eine moderne Cloud-Software zu entwickeln, die sich an jedes bestehende System andockt und den kleinen, aber wichtigen Bereich des Mahnwesens so perfekt abbildet, dass wir einen großen Zusatznutzen stiften. Das Ganze sollte durch ein hohes Maß an Automatisierung geschehen, sodass wir alle Daten tagesaktuell jederzeit abrufbar haben.

Wir wussten, dass das Projekt ambitioniert und sehr umfangreich ist, wollten aber möglichst pragmatisch starten. Zu Beginn starteten Markus, Flo und ich als Dreierteam. Die Aufteilung zwischen Flo (Design) und mir (Programmierung) hatte sich seit Jahren bewährt - Markus kümmerte sich um die Finanzen und alles Rechtliche.

Bilendo wächst - in viele Richtungen

Da wir hauptsächlich eine Software-Firma sind, steckten wir von Anfang immer mindestens zwei Drittel unserer „Manpower” in die Entwicklung. Ich war auch bei Bilendo immer schon ein „Techie” - aktuell verbringe ich etwa die Hälfte meiner Zeit damit, dass alle anderen Programmierer gut arbeiten können. Ich erkläre und übersetze Anforderungen unserer Kunden, bespreche die Details und mögliche Probleme eines neuen Features mit den Entwicklern und gebe ihnen Hilfestellungen, wie Probleme möglichst effizient und vollständig gelöst werden können. Außerdem gebe ich jedem Programmierer in Code-Reviews regelmäßig Feedback und sorge dafür, dass die Codequalität und Geschwindigkeit unserer Entwicklungsabteilung immer besser werden. Die andere Hälfte meiner Zeit bespreche und plane ich die zukünftigen Funktionen und die grundsätzliche Ausrichtung von Bilendo. Als Product-Owner stehe ich oft vor der Entscheidung, ob wir eine neue Funktion umsetzen werden oder nicht. Hier ist unsere Regel: Es wird nur umgesetzt, was für einen Großteil unserer aktuellen und künftigen Kunden von Nutzen ist. Sonderanpassungen nur für einen einzelnen Kunden versuchen wir zu vermeiden oder so zu implementieren, dass das Resultat wieder für alle einen Mehrwert bietet.

Im Laufe der Zeit ist Bilendo deutlich komplexer und die Kunden viel größer geworden, als ich das anfangs für möglich gehalten hätte. Wir sind mittlerweile über eine reine Mahnwesen-Lösung weit hinaus und entwickeln uns immer mehr in Richtung einer Finanzplattform. Mehr Schnittstellen in alle Richtungen, mehr Zusatzservices, mehr Partnerschaften und immer individuellere Konfigurationsmöglichkeiten sorgen dafür, dass uns nie langweilig wird.

Meine frühere Arbeit als Programmierer und Agenturinhaber helfen mir heute, meine Aufgaben als CTO effizient zu gestalten. Ohne die Erfahrungen aus hunderten Projekten und tausenden gelösten Problemen wäre Bilendo heute in der Entwicklung nicht so schnell und die Einarbeitung der Entwickler deutlich langsamer. Ich freue mich sehr auf alles, was noch kommt - aber noch mehr darüber, dass unser Produkt einen so großen Mehrwert bei unseren Kunden liefert und wir bis dato keinen einzigen Kunden durch Unzufriedenheit verloren haben!


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