Die Nutzung der Cloud in Deutschland - Trends und Aussicht

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Daten in der Cloud sind meist sicherer als auf dem eigenen Rechner Daten in der Cloud sind meist sicherer als auf dem eigenen Rechner

„Cloud-Computing hat sich durchgesetzt und sich innerhalb weniger Jahre zur Basis-Technologie der Digitalisierung entwickelt”, sagt Axel Pols, der Geschäftsführer von Bitkom Research, einem renommierten Marktforschungsinstitut für Digitalwirtschaft. Zahlen von Statista bestätigen diese Aussage: Aktuell setzen bereits 65 % der deutschen Unternehmen Cloud-Lösungen ein - Tendenz steigend.

Wo liegen die Ursachen für die derart rasche Etablierung, welche Trends sind zu erkennen und welche Entwicklungen können Unternehmen in Zukunft beim Thema Cloud erwarten?

Was macht „die Cloud” aus - eine Begriffsbestimmung

Cloud Computing, also die Bereitstellung von IT-Infrastruktur und -Leistungen über miteinander vernetzte Rechner, bringt sowohl für den Heimanwender als auch für Unternehmen mehrere Vorteile mit sich. So verspricht die „Datenverarbeitung in der Wolke” in der Regel eine höhere Geschwindigkeit und weniger Komplexität, weil Daten nur an einer Stelle in das System eingepflegt werden müssen und daraufhin unverzüglich für alle Anwender zu Verfügung stehen.

Das National Institute of Standards and Technology („NIST”) hat in seiner Funktion als US-amerikanische Bundesbehörde fünf wesentliche Eigenschaften benannt, die Cloud Computing charakterisieren:

  • Nutzer können benötigte IT-Kapazitäten bei Bedarf selbstständig über einen On-Demand-Self-Service buchen und einrichten. In der Regel geschieht dies über ein Online-Portal, ohne dass der Anbieter persönlich kontaktiert werden muss.
  • Der Broad-Network-Access ermöglicht den standardisierten und ortsunabhängigen Zugriff von verschiedenen Endgeräten auf die Cloud. So können verschiedene Mitglieder einer Organisation von verschiedenen Orten aus unmittelbar an gemeinsamen Inhalten arbeiten.
  • Durch Resource Pooling werden die Ressourcen des Anbieters multimandantenfähig bereitgestellt und bei Bedarf Nutzern zugewiesen - die Anwender müssen sich auf diese Weise nicht um die technische Wartung kümmern. Obwohl Rechenkapazitäten in der Cloud gemeinsam genutzt werden, sind die eigenen Inhalte vor dem Zugriff anderer geschützt.
  • Die Rapid Elasticity sorgt dafür, dass bei Bedarf Kapazitäten schnell und dynamisch skaliert werden können. Kommt es zu Belastungsspitzen, können Nutzer unverzüglich und automatisch über zusätzliche Ressourcen verfügen.
  • Die Kontrolle und Optimierung der genutzten Ressourcen ermöglicht einen Measured Service, wodurch Kunden nur für die Leistungen bezahlen, die tatsächlich in Anspruch genommen werden.

Bei der Betrachtung von verschiedenen Cloud Computing-Anbietern spielen mehrere Kriterien eine Rolle - denn Cloud ist nicht gleich Cloud. So findet entweder eine Unterscheidung nach vier Liefermodellen oder nach drei Servicemodellen statt.

Je nach Bedarf lassen sich so unternehmensspezifische Lösungen kreieren, die passgenau den jeweiligen Anforderungen gerecht werden.

Die rasante Entwicklung von ersten Großrechnern bis zur „Cloud”

Zwar ist die Bezeichnung „Cloud Computing” erst etwa zehn Jahre alt, die Entwicklung des Konzepts begann aber schon gut 50 Jahre früher mit der schrittweisen Etablierung der „mainframe computer” in großen Unternehmen. Diese komplexen Großrechnersysteme ermöglichten die schnelle gleichzeitige Abarbeitung einer großen Anzahl von Datenverarbeitungsvorgängen durch mehrere Benutzer an einem Gerät - das sogenannte „time sharing”.

Der stete Ausbau von Datenleitungen sorgte in den 1990er Jahren für das Aufkommen eines neuen Geschäftsmodells: Durch „Application Service Providing” (ASP) werden erstmals auf Servern liegende Programme bereitgestellt, die ohne aufwendige Einrichtung durch den Nutzer in Betrieb genommen werden konnten. Hiermit wurde der Grundstein für das heute gebräuchliche Service-Modell „Software-as-a-Service” (SaaS) gelegt.

Mittlerweile ermöglichen Glasfaserkabel auch hierzulande den schnellen Austausch großer Datenmengen im Internet - und immer mehr deutsche Unternehmen entscheiden sich dazu, Leistungen aus der Cloud in Anspruch zu nehmen. Während 2011 die Zustimmungsrate bei nur 28 % lag, standen 2016 schon rund 47 % der Unternehmen Cloud Computing offen gegenüber.

Deutsche Unternehmen auf dem Weg in das digitale Zeitalter - Trends und Aussicht

Die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen wie beispielsweise Anwendungen, Speicherplatz oder Rechenleistung macht laut der jährlich erscheinenden Studie „Cloud-Monitor” die betrieblichen Prozesse effizienter und ermöglicht zudem neue, digitale Geschäftsmodelle.

Es ist nicht verwunderlich, dass die Sicherheit der gespeicherten Daten in der Cloud für Unternehmen eine übergeordnete Rolle spielt. Die große Mehrheit der deutschen Firmen hat Vertrauen in die Sicherheit der Cloud: Nur 4 % halten ihre Daten für unsicher. Mit diesen Werten schneidet die Cloud sogar besser ab als herkömmliche unternehmensinterne IT-Systeme. Anbieter von Cloud-Lösungen lassen die hohen Sicherheitsstandards regelmäßig zertifizieren: So werden beispielsweise aktuelle Verschlüsselungstechnologien genutzt, Hochverfügbarkeit garantiert oder ausschließlich Server in Deutschland verwendet.

Die hohe Datenübertragungsgeschwindigkeit und geprüfte Sicherheitsstandards steigern auch die Popularität von Public Cloud-Lösungen, bei denen IT-Leistungen über das öffentliche Internet genutzt werden: Der Nutzungsanteil stieg von 16 % in 2014 auf 39 % in 2016. Um die hohen Standards auch weiterhin gewährleisten zu können, ergreifen immer mehr Unternehmen Maßnahmen für die Sicherheit, wie beispielsweise die Protokollierung der verwendeten Geräte und Anwendungen.

Nahezu jedes zweite Unternehmen in Deutschland, das auf eine Public Cloud-Lösung setzt, greift mittlerweile online auf Software-Anwendungen zu. Für beinahe jeden Anwendungsbereich gibt es passende, skalierbare SaaS-Lösungen. Customer Relationship Management (CRM), Shop-Systeme, Web-Konferenzen, Voice over IP (VoIP), Projektmanagement oder Forderungsmanagement - jeder Bedarf findet eine geeignete Lösung, die meist monatlich kündbar ist und dazu beiträgt, ohne zusätzliche Investitionen benötigte Dienstleistungen on demand in Anspruch zu nehmen. So können sich Unternehmen wieder auf ihre eigentliche Kerntätigkeit konzentrieren - die technische Instandhaltung und Weiterentwicklung der gemieteten Anwendung übernimmt der Anbieter.

Das digitale Zeitalter ermöglicht die unkomplizierte Einbindung komplexer Software über das Internet in Unternehmen. Sowohl Heimanwender als auch Unternehmen profitieren von ständig aktuellen und kosteneffizienten Anwendungen, die aufwendige Prozesse im Hintergrund automatisch ausführen und dem Nutzer viel Zeit einsparen.

Fazit

Mieten statt kaufen ist beim Thema Cloud durchaus sinnvoll, denn so muss nur das bezahlt werden, was auch wirklich verbraucht wird. Unternehmen profitieren von flexiblen Lösungen, die unverzüglich verwendet werden können. Die Zeiten, in denen regelmäßig Rechner wartungsbedingt ausfielen, sind vorüber - die technische Instandhaltung der Lösung findet im Hintergrund durch den Anbieter statt. Mit Cloud-Lösungen können weltweit verschiedene Anwender rund um die Uhr gemeinsam an Projekten arbeiten und somit die Effizienz im Unternehmen maßgeblich steigern.


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