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Digitalisierung in der Baubranche

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Joseph Strietzel am 05.06.2018

Während die Digitalisierung das Berufsbild in vielen Branchen schon stark prägt, sehen viele Baustellen auf den ersten Blick seit Jahren ziemlich ähnlich aus. Obwohl 93% der Akteure der Bauindustrie der Aussage zustimmen, dass die Digitalisierung die Gesamtheit der Prozesse beeinflussen wird, nutzen weniger als 6% der Bauunternehmen digitale Planungsinstrumente vollständig.*

Doch auch diese Traditionsbranche wird sich wandeln. Wo liegen die Potenziale?

Wie die Digitalisierung die Produktivität steigert

Die Implementierung digitaler Prozesse kann auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette von der Logistik über die Beschaffung und Produktion, den Vertrieb bis hin zum Bereich After Sales stattfinden.

Der Megatrend Digitalisierung geht nicht an der Baubranche vorbei, doch der Weg zur “Construction 4.0” ist noch lang.

Durch diese Technologien lassen sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette vielfältige Potenziale nutzen:

  • Mobiles Arbeiten

Mobiles Arbeiten spielt schon jetzt in der gesamten Baubranche eine große Rolle. Mit mobilen Endgeräten lassen sich vormals sehr zeitintensive Arbeitsschritte sinnvoll optimieren, etwa bei der Berechnung des Aufmaßes, der Erfassung von Nachträgen oder der finalen Abnahme.

  • BIM - Building Information Modeling

Im Rahmen der Bauwerksdatenmodellierung (engl.: Building Information Modeling, kurz: BIM) werden alle wichtigen Daten eines Bauwerks digital erfasst, zusammengestellt und modelliert. Die so entstandenen Modelle werden über die gesamte Lebensspanne eines Gebäudes stetig aktualisiert - angefangen beim Architekten oder Fachplaner über Brandschutzgutachter und Behörden bis hin zum Facility Management. Werden durch einen Akteur Änderungen vorgenommen, sind diese in Echtzeit für alle Beteiligten einsehbar.

  • Digitale Workflows

Die elektronische Datenverarbeitung ermöglicht digitale Workflows. Nicht nur die Rechnungserstellung und die Datenübertragung an Kassen, Ämter und Behörden wird durch elektronische Verfahren effizienter gestaltet, auch im Debitorenmanagement unterstützen digitale Tools die Buchhaltung. Moderne cloudbasierte Debitorenmanagement-Plattformen setzen ab der Rechnungsstellung an und optimieren sämtliche Prozesse im Forderungsmanagement. Die Software überwacht eingehende Zahlungen auf die Geschäftskonten und startet einen automatischen Mahnlauf, falls eine Forderung nicht beglichen wird. Die Benutzeroberfläche kann bequem über den Browser geöffnet werden, sodass der Stand der Dinge sogar von unterwegs einsehbar ist und im Bedarfsfall weitere Maßnahmen ergriffen werden können. Führt der Mahnprozess nicht zur Bezahlung, kann die automatische Übergabe der Forderung an ein geeignetes Inkassounternehmen veranlasst werden.

  • Cloud Computing

Zwar wird Cloud-Computing in der Baubranche noch nicht durchgängig eingesetzt, das Potenzial wurde jedoch bereits erkannt. Die weitreichenden Vorteile von SaaS-Lösungen wie ortsunabhängiger Zugriff, Wartungsarmut, Sicherheit und günstige Implementierungs- sowie Unterhaltskosten sorgen dafür, dass sich diese Technologie auch in der Baubranche etabliert.

  • Business Intelligence

Mithilfe von modernen Business-Intelligence-Lösungen lassen sich alle Daten eines Projekts oder Unternehmens aus verschiedenen Quellen zusammenführen. So wird eine aussagekräftige und dynamische Grundlage für wichtige Entscheidungen geschaffen.

Fazit

Die Digitalisierung ist auch in der Baubranche angekommen. Mit smarten Tools lassen sich alle Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette effizienter gestalten. Die Nutzung aller Möglichkeiten trägt dazu bei, dass Unternehmen in der Branche auch zukünftig wettbewerbsfähig bleiben und nicht den Anschluss verlieren.

*https://www.rolandberger.com/publications/publication_pdf/roland_berger_digitalisierung_bauwirtschaft_final.pdf

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