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Was ist die Kreditorenbuchhaltung?

Thumb judith koeniger

Judith Königer am 04.04.2018

Leistungen und Lieferungen, die ein Unternehmen von einem externen Lieferanten oder Dienstleister erhält, müssen verbucht und überwacht werden. Die Buchführung über diese sogenannten Kontokorrentbeziehungen ist Teil der Finanzbuchhaltung, und zwar der Kreditorenbuchhaltung.

Kreditorenbuchhaltung im Allgemeinen

Als Teilbereich der Finanzbuchhaltung befasst sich die Kreditorenbuchhaltung mit der Verbuchung und Überwachung der Leistungsabwicklung zwischen einem Unternehmen und den Kreditoren.

Ein Kreditor ist ein Gläubiger. Der Begriff stützt sich auf die Tatsache, dass der Dienstleister oder Lieferant die Risiken eines Kreditgebers übernimmt, indem er etwas liefert bzw. leistet, das erst noch bezahlt werden muss.

Dem gegenüber steht der Debitor (= Schuldner) bzw. die Debitorenbuchhaltung, als komplementärer Zweig der Finanzbuchhaltung.

Kreditorenkonten

Die Kreditorenbuchhaltung pflegt einen engen Bezug zum Beschaffungswesen eines Unternehmens, also zum Einkauf. Die Salden der einzelnen Kreditorenkonten werden auf einem Abstimmkonto summiert, welches die kreditorischen Verbindlichkeiten eines Unternehmens abbildet.

Aufgaben der Kreditorenbuchhaltung

Hauptsächlich geht es um die Bearbeitung der kreditorischen Eingangsrechnungen, wozu unter anderem gehört:

  • Kreditorenstammsatzpflege
  • Rechnungsprüfung und Kontierung
  • Erfassung der eingehenden Rechnungen und Gutschriften
  • Verwaltung der offenen Posten
  • Veranlassung der Zahlung
  • Archivierung sowie auch die allgemeine Verarbeitung und Speicherung der anfallenden Informationen im Kreditorenbereich.

Ferner gehören zum typischen Aufgabenspektrum der Kreditorenbuchhaltung Themen wie beispielsweise:

  • Bearbeitung der Eingangspost
  • Erstellung und Ausführung der Daueraufträge
  • das Gutschriftverfahren
  • Betreuung des kreditorischen Mahnwesens
  • Saldenbestätigungen
  • Korrespondenz mit den Kreditoren führen

Was ist das Kreditorenrisiko?

Jeder Lieferant oder Anbieter einer Dienstleistung trägt das Risiko, dass der Empfänger nicht rechtzeitig bzw. nicht vollständig bezahlt, aus welchen Gründen auch immer. Dieses Risiko wird beim Lieferanten oder Dienstleister in der Debitorenbuchhaltung verwaltet (Empfänger/Abnehmer bzw. Kunden = Debitor = Schuldner), um festzulegen, bis zu welcher Höhe Waren / Dienstleistungen auf Ziel (also auf Rechnung mit einer bestimmten Fälligkeit) angeboten werden.

Wie hoch Kreditorenrisiken sind, kann zum Beispiel mittels Bankauskunft ermittelt werden. Eine Möglichkeit, diesen Risiken zu begegnen, ist der Eigentumsvorbehalt.

Fazit

Die Kreditorenbuchhaltung dreht sich um alle Prozesse, die mit Eingangsrechnungen zusammenhängen. Sie ist der komplementäre Prozess zur Debitorenbuchhaltung, die sich mit allen Forderungen und den Informationen über die Kunden (= Debitoren/Schuldner) befasst. Eine gewissenhaft geführte Kreditorenbuchhaltung sorgt dafür, dass ein Unternehmen bei seinen Lieferanten und Dienstleistern im guten Ruf steht. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bei der Bezahlung der Verbindlichkeiten fördern einen guten gegenseitigen Workflow und eine gesicherte Zusammenarbeit.

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