Definition: Forderungskauf / Forderungsverkauf


Forderungskauf / Forderungsverkauf

Wird der Kauf oder Verkauf von Forderungen bezeichnet. Dies wird meist gewerblich betrieben. Handelt es sich bei den verkauften Forderungen um betagte Forderungen, so spricht man typischerweise von → Factoring im traditionellen Sinne. Dieses Factoring wird von klassischen Factoringunternehmen angeboten. Ist die Forderung hingegen → überfällig bzw. befindet sich der Forderungsschuldner in Verzug, so spricht man eher von Forderungskauf als von Factoring. Die Begriffe werden jedoch manchmal auch für das jeweils andere Geschäft verwandt. Wesentliche Vorteile des Forderungskaufs sind (a.) der Risikoübergang für das endgültige Ausfallrisiko, (b.) die Liquiditätsfreisetzung und (c.) die operative Entlastung von den Aufgaben des Forderungseinzugs. Im Verhältnis zum Treuhandinkasso ergibt sich weniger Abstimmungs-, Kontroll- und Buchungsaufwand (z. B. für laufende Abrechnungen), dafür wird der Forderungskäufer jedoch nur den Zeitwert der Forderungen unter Berücksichtigung eines risikoadjustierten Zinssatzes bezahlen. Wie das Factoring kann auch der Forderungskauf grundsätzlich „echt“ bzw. „unecht“ sowie „offen“ bzw. „still“ erfolgen (siehe Factoring). Typischerweise werden überfällige Forderungen jedoch „offen“, d. h. mit Offenlegung gegenüber dem Forderungsschuldner, und „echt“, d. h. mit Übergang des endgültigen Ausfallrisikos auf den Forderungserwerber, verkauft.



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