Inkasso


Inkasso

Als (Forderungs-)Inkasso wird allgemein der Einzug von Forderungen bezeichnet. Obwohl der Begriff Inkasso grundsätzlich sowohl den Einzug laufender Forderungen bei Fälligkeit als auch den Einzug überfälliger Forderungen einschließt, wird er im Zusammenhang mit der Tätigkeit von Inkassounternehmen typischerweise nur für letztgenannte Tätigkeit verwendet.

Der gewerbliche Einzug fremder Forderungen ist nach §§ 2 Abs. 2, 10 Abs. 1 Nr. 1 Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) erlaubnispflichtig. Der geschäftsmäßige Kauf fremder Forderungen war früher aufgrund der 5. AVO zum Rechtsberatungsgesetz erlaubnispflichtig, jedoch ist die Erlaubnispflicht hierfür durch Inkrafttreten des RDG entfallen.

Möglichkeiten

Inkassounternehmen arbeiten im sogenannten Treuhandinkasso als Agent für den Forderungsinhaber und ziehen die Forderungen entweder (a.) im eigenen Namen und für fremde Rechnung ein (die Titulierung erfolgt auf das Inkassounternehmen, welches die Forderung treuhänderisch für den Auftraggeber hält) oder (b.) im fremden Namen und für fremde Rechnung ein (die Titulierung erfolgt auf den Auftraggeber). Auch wenn nur das erste Modell ein echtes Treuhandverhältnis begründet, werden typischerweise beide Gestaltungsformen als „Treuhandinkasso“ bezeichnet.

Im Fall (a.) arbeitet das Inkassounternehmen auf Grundlage einer Inkassozession. Dabei liegt das wirtschaftliche Eigentum an den Forderungen beim Auftraggeber, das juristische Eigentum beim Inkassounternehmen. Im Fall (b.) arbeitet das Inkassounternehmen auf Grundlage einer Inkassovollmacht, das wirtschaftliche und das juristische Eigentum an den Forderungen liegt beim Auftraggeber. Inkassounternehmen erwerben im Forderungskauf Forderungen und arbeiten dann typischerweise im eigenen Namen und für eigene Rechnung (und juristisches Eigentum beim Inkassounternehmen).

Jedoch wird zur Vermeidung einer Titelumschreibung im Falle des Verkaufs titulierter Forderungen oftmals auch im Forderungskauf ein Treuhandverhältnis begründet, in dessen Rahmen der ursprüngliche Forderungsinhaber die Forderungen treuhänderisch für den Forderungserwerber hält (wirtschaftliches Eigentum beim Inkassounternehmen, juristisches Eigentum bei ursprünglichen Forderungsgläubiger). Dennoch wird in diesen letztgenannten Konstellationen nicht von Treuhandinkasso gesprochen.

Zieht das Inkassounternehmen die Forderungen nicht im eigenen Namen ein, d. h. ist es nicht juristischer Eigentümer der Forderungen, ist eine Inkassovollmacht des juristischen Forderungsinhabers erforderlich, und zwar unabhängig von der Frage des wirtschaftlichen Eigentums.



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