Mahnstufen


Mahnstufen - wenn guter Wille allein nicht reicht

Wer im Vorfeld bei Vertragsabschluss festlegt, wie viel, wann und wie bezahlt werden muss, tut sich nach Fälligkeit der Rechnung leichter mit einem selbstbewussten Mahnprozess. Allein schon um Verjährung und Verwirkung zu vermeiden, ist ein konsequentes Mahnen ratsam.

Zahlungserinnerung

Eine Zahlungserinnerung ist eine meist recht freundlich formulierte Aufforderung, die offene Rechnung doch endlich zu begleichen. Sie ist im juristischen Sinne noch keine Mahnung, außer sie ist mit einer Frist verknüpft.

Mahnungen verschicken: Anzahl, Abstand, Form

Notwendig ist eigentlich nur eine Mahnung, üblich aber sind drei mit zunehmend schärferem Tonfall. Mehr als drei Mahnungen vermitteln dem Schuldner den Eindruck, das ganze Verfahren geht erst einmal so weiter und ein unmittelbares Zahlen ist nicht nötig. Der Abstand, in dem Mahnungen versendet werden, ist auch offen. Die Praxis zeigt jedoch, dass ein zügiger Rechnungsversand, verbunden mit einem engmaschigen Mahnverfahren, säumige Kunden eher zum Zahlen bewegt als ein eher laxer Umgang damit. Die Form der Mahnung steht dabei ebenfalls frei, üblich sind schriftliche Mahnungen. Dabei ist es für die Wirksamkeit einer Mahnung egal, ob als Postversand oder E-Mail. Juristisch sicherer, da beweisbar, ist die postalische Mahnung. Gegebenenfalls ist es ratsam und effektiv, dem Schuldner telefonisch auf die Pelle zu rücken. Gerade im privaten Umfeld erweist sich dies als schwierig, weil Schuldner oft nicht erreichbar oder ausmachbar sind.

Den Druck erhöhen

Reicht eine höfliche Zahlungserinnerung nicht aus, so sind Mahngebühren und Verzugszinsen ein bewährtes Mittel, um den Druck zu erhöhen. Schwereres Geschütz fährt der Gläubiger mit der Drohung auf, den Anwalt einzuschalten oder den Vorgang an ein Inkassoinstitut abzugeben.

Mahngebühren

Die Höhe der Mahngebühren ist gesetzlich nicht geregelt, üblicherweise bleiben sie im einstelligen Bereich pro Mahnung. Diese wenigen Euro haben eine eher psychologische Funktion und ersetzen noch keinen wesentlichen Schaden. Sie sind ein Denkzettel für den Kunden und regen dadurch zur Zahlung an. Im Geschäftsverkehr ist eine Pauschale von 40,- € üblich.

Zinsen (vgl. § 288 BGB)

Der Verzugszinssatz beläuft sich bei Privatkunden auf 5 % über dem Basiszinssatz und bei Geschäftskunden auf 9 % über dem Basiszinssatz (üblich ist außerdem ein pauschaler Verzugsschadensersatz von 40,- €). Der Basiszinssatz wird von der Deutschen Bundesbank festgelegt vgl. (www.basiszinssatz.info)

Gerichts- und Anwaltskosten

Jetzt wird's teuer. Hier sollte sich der Gläubiger a) seiner juristisch wasserdichten Situation sicher sein und b) Aufwand und Kosten sowie die Zahlungsfähigkeit des Schuldners bedenken.

Inkassoinstitut

Gedroht werden kann auch mit der Abgabe an ein Inkassoinstitut. Neben den erheblichen Kosten bedeutet dies für den zahlungspflichtigen Kunden unter Umständen einen großen Imageschaden. Inkassoinstitute dürfen nämlich auf Anfrage Informationen über Schuldner und ihr Zahlungsverhalten herausgeben. Einmal bei einem Inkassoinstitut registriert zu sein, beeinträchtigt womöglich nachhaltig die Kreditwürdigkeit.

Die Praxis

Bewährt hat sich bereits die Ankündigung einer Mahngebühr bzw. von Verzugszinsen, die mit dem nächsten Schreiben erhoben werden, um säumige Kunden zum Zahlen zu bewegen. Eine andere Variante ist, im ersten Mahnschreiben Mahngebühren zu erheben, diese jedoch im nächsten Satz als geschenkt wieder zurückzunehmen, unter der Bedingung, dass der Kunde unmittelbar oder innerhalb einer kurzen Frist zahlt. Auf diese Weise werden freundliches Entgegenkommen und die Wertschätzung des Kunden signalisiert, die Fälligkeit aber dennoch deutlich gemacht. Die Drohung, einen Anwalt oder ein Inkassoinstitut einzuschalten, sollte als letztmögliches Manöver betrachtet werden.



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