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Die Bedeutung des Debitorenumschlags

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Florian Kappert am 07.03.2018

Liquidität hängt vorrangig von der Geschwindigkeit der Zahlung der gestellten Rechnung ab. Neben der Debitorenlaufzeit, auch bekannt als DSO (“Days Stand Outstanding”), ist der Debitorenumschlag ebenfalls eine entscheidende Kennzahl für die Bewertung der Unternehmensliquidität sowie für die Beurteilung der Zahlungsmoral der Kunden. Sowohl der DSO als auch der Debitorenumschlag sind häufig unterschätzte Kennzahlen im Cash-Management.

Kehrwert der Debitorenlaufzeit

Der Debitorenumschlag gibt an, wie oft der durchschnittliche Debitorenbestand in den Umsatzerlösen enthalten ist. Also um welchen Faktor der Betrag der offenen Rechnungen den Gesamtumsatz übersteigt. Ein hoher Faktor bedeutet weniger ausstehende Forderungen und somit mehr Unternehmensliquidität.

Debitorenumschlag richtig interpretiert

Ein Unternehmen sollte eine hohe Umschlagshäufigkeit der Forderungen anstreben, denn für diesen Faktor gilt grundsätzlich: je höher, desto besser. Grundsätzlich gilt, wenn die Kennzahl im Zeitverlauf rückgängig ist, hat die Unternehmung eine Problem. In diesem Fall nimmt die Kapitalbindung in den Forderungen zu. Welcher Betrieb möchte schon, dass der durchschnittliche Forderungsbestand einen großen Anteil des Umsatzes ausmacht und somit kaum Kapital zur Verfügung hat?

Debitorenumschlag Berechnung

Für die richtige Berechnung der Umschlagshäufigkeit der Forderungen werden die Umsatzerlöse aus der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) genommen und der durchschnittliche Debitorenbestand aus der Bilanz. Dieser berechnet sich aus den Daten des Vorjahres und des aktuellen Jahres.

Je niedriger der Faktor, ...

  • … desto länger ist die Debitorenlaufzeit.
  • … desto größer ist die Kapitalbindung in Forderungen.
  • … desto abhängiger ist die Liquidität des Unternehmens.

Je höher der Faktor, ...

  • … desto effektiver ist das Debitorenmanagement.
  • … desto kürzer ist die Debitorenlaufzeit.
  • … desto weniger Kapital ist in Debitoren gebunden.
  • … desto geringer ist das Risiko bei Zahlungsunfähigkeit der Kunden in Liquiditätsschwierigkeiten zu geraten.

Berücksichtigung von Einflüssen

Für eine sinnvolle Interpretation lohnt es sich die Werte des Debitorenumschlags an brancheninternen Kennzahlen und den Werten älterer Geschäftsjahre zu orientieren, wodurch sich eine Entwicklungsrichtung des Debitorenumschlages erkennen lässt.

Tatsächliche Zahlungsziele, die Zahlungskonditionen und -praktiken des Landes und der jeweiligen Branche sind weitere Einflüsse.

Des Weiteren spielt die Kundenanzahl eines Unternehmens eine Rolle. Je weniger Kunden ein Betrieb hat, desto höher ist die Abhängigkeit von dieser kleinen Kundschaft hinsichtlich der eigenen Zahlungsfähigkeit.

Ursachen eines niedrigen Faktors

Leicht ist es, die geringe Umschlagshäufigkeit der Forderungen auf das Kundenverhalten zu schieben. In der Regel findet man die Ursache allerdings im unternehmenseigenen Forderungsmanagement. Zeitnahe Bezahlung kann positiv beeinflusst werden, indem regelmäßig und stringent ab Schuldnerverzug erinnert und gemahnt wird.

Weitere typische Gründe für einen geringen Debitorenumschlag

  • unpassende Verkaufsoptionen
  • ein unzureichendes Mahnwesen
  • schlechte Kundenstruktur und Qualität der Kundenkontakte

Diesen Gründen gilt es entgegenzuwirken. Unter anderem gelingt dies mit einem effektiven Mahnwesen, dass Rücksicht auf die Kundenbeziehung nimmt, aber auch das Ziel, die Begleichung der Forderung, klar und deutlich formuliert. Oder aber auch mit einer gut funktionierenden Debitorenbuchhaltung, die innerhalb des Informationsmanagements versucht das Debitorenrisiko so gering wie möglich zu halten.

Fazit:

Wie zu erkennen ist, hängt die Höhe des Debitorenumschlages von der Debitorenlaufzeit ab und gibt damit auch an, wie effektiv das Forderungsmanagement ist. Ein gutes Forderungsmanagement sorgt für eine unabhängige Liquidität eines Betriebs. Für eine richtige Interpretation gilt es die verschiedenen Einflüsse zu berücksichtigen. Im Allgemeinen bildet die Kennzahl des Debitorenumschlags einen hilfreichen Faktor bei der Optimierung des Debitorenmanagements und Cash-Managements.

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