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Abtretungserklärung: Was ist das und was gilt es zu beachten?

#Risiko & Finanzierung

Kurz und bündig

Eine „Abtretung“ (Zession) ist die Übertragung einer Forderung von einem Gläubiger (Zedent) auf einen Dritten, also auf einen neuen Gläubiger (Zessionar). Sie dient in der Wirtschaft als Mittel, um Sicherheiten zu übereignen. 


§ 398 BGB:

„Eine Forderung kann von dem Gläubiger durch Vertrag mit einem anderen auf diesen übertragen werden (Abtretung). Mit dem Abschluss des Vertrags tritt der neue Gläubiger an die Stelle des bisherigen Gläubigers.“

Was ist eine Abtretungserklärung
Die einfache Art der Sicherheitsübereignung

So geht's

Die Abtretungserklärung kann grundsätzlich formfrei erfolgen. In einigen wenigen Fällen bedarf es einer Schriftform. Entscheidend für die Abtretungserklärung ist, dass der bisherige Zedent gegenüber dem Zessionar die Abtretung erklärt. Der Zessionar muss die Abtretungserklärung wiederum annehmen. Es muss folglich eine übereinstimmende Willenserklärung des alten und neuen Gläubigers vorliegen.


Inhaltlich
sind folgende Punkte zu klären:

  • Namen und Anschrift aller Beteiligten
  • Nennung der genauen Forderung
  • Hinweis, ob die Abtretungserklärung gemäß §  364 BGB oder § 398 BGB erfolgt


Unterscheidung § 364 und § 398 BGB:

Eine Abtretung gemäß § 364 BGB wird „an Erfüllung statt“ angesehen: Die Erfüllung der betreffenden Forderung ist sicher, ist aber noch nicht vollzogen.

Beispiel: Nach einem nicht verschuldeten Unfall tritt der Kfz-Halter die Forderung über die Autoreparatur, die er gegenüber der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers hat, an die Werkstatt ab. Diese wendet sich selbst an die Versicherung.

Der § 398 BGB regelt die Abtretung von Forderungen, die zwar wahrscheinlich, aber nicht sicher sind.

 

Beispielformulierung:

„Hiermit trete ich … (Name, Adresse) meine Forderung gegen … (Name, Anschrift) aus … (exakter Grund für die Abtretung) an … (Name, Anschrift) ab. Diese Abtretung passiert gemäß … (§ 364 BGB oder § 398 BGB).“

Bei einer Abtretung gemäß §  364 BGB ist der Hinweis empfehlenswert, dass durch die Abtretung die Ansprüche des Gläubigers gegenüber dem Schuldner erloschen sind.

 

Abtretung im Unternehmensalltag

Das Forderungsmanagement ist ein aufwendiger Teil der Buchhaltung, der in vielen Unternehmen das Tagesgeschäft belastet. Personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen sind gebunden und vom eigentlichen Kernbusiness abgelenkt.

Durch die Bezahloption Rechnungskauf steigt das Kreditrisiko, Forderungsausfälle gefährden die Liquidität eines Unternehmens. Kommen Zahlungen nicht zuverlässig rein, steht das Wachstum auf dem Spiel und schlussendlich die Zukunftsfähigkeit. 

Durch Abtretung von Forderungen zum Beispiel an Inkasso- oder Factoringunternehmen kann  diesen Risiken und Entwicklungen vorgebeugt werden. Wie sinnvoll so eine Forderungsabtretung ist, muss im Einzelfall geprüft werden. 

Alternativ bietet sich eine Kreditversicherung auf Einzelforderungsbasis  an, um Kreditrisiken zu minimieren und den Zahlungseingang abzusichern.

 

Fazit

Eine Abtretung ist eine Verfügung über eine Forderung. Der dabei vollzogene Gläubigerwechsel berührt weder den Inhalt der Forderung noch den Schuldner. Durch eine Abtretungserklärung können Dritte gegen eine eventuelle Zahlungsunfähigkeit des anderen Vertragspartners abgesichert werden. Dieser Punkt ist besonders für Existenzgründer interessant. 

Beim Forderungsmanagement mithilfe eines externen Dienstleisters (Inkassounternehmen, Factoring) können Forderungen verkauft, also gegen eine Vorfinanzierung abgetreten werden.

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