An sich klingt es ganz einfach: Sie als Unternehmer stellen Rechnungen für Lieferungen oder Leistungen aus. Hierbei müssen Sie aber allerhand Regelungen beachten. Die einzuhaltenden Fristen für die Rechnungsstellung sind gesetzlich geregelt und deshalb bindend.

 

Pflicht zur Rechnungserstellung?

Generell sind Sie als Unternehmer berechtigt, Rechnungen auszustellen, in einigen Fällen sind Sie sogar dazu verpflichtet:

  • Ist der Leistungsempfänger ein Unternehmer oder eine juristische Person, muss die Rechnung binnen 6 Monaten nach Leistungserbringung gestellt werden.

  • Abgerechnete steuerfreie Leistungen, die den Vorsteuerabzug nicht ausschließen, wie beispielsweise innergemeinschaftliche Lieferungen oder Ausfuhren, verpflichten den Leistungserbringer ebenfalls zur Rechnungsstellung.

  • Sämtliche steuerpflichtige Werklieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück unterliegen der Pflicht zur Rechnungsstellung - auch dann, wenn der Leistungsempfänger eine Privatperson ist.

In einigen Fällen muss die Rechnung sogar schon am 15. Tag des Folgemonats der Leistungserbringung ausgestellt sein.

 

Diese Regelung gilt für

  • innergemeinschaftliche steuerfreie Lieferungen (nach § 6 a UStG) und

  • anderweitige Leistungen (nach § 3 a Abs. 2 UStG) in einem Mitgliedstaat, für die ein unternehmerischer Leistungsempfänger Umsatzsteuer zahlen muss.

 

Das Geschäft zwischen zwei Privatpersonen

Wenn Privatperson A an Privatperson B einmalig den alten Fernseher verkauft, kann auch eine Rechnung ohne ausgewiesene Umsatzsteuer gestellt werden. Wichtig ist jedoch, die Einnahmen in der Steuererklärung anzugeben.

Eine Tätigkeit, die hingegen regelmäßig und mit der Absicht Gewinn zu erzielen erbracht wird, muss dem Finanzamt mitgeteilt werden - etwa wenn dem Nachbarn regelmäßig gegen Bezahlung im Haushalt geholfen wird.

 

Sonstige Pflichten und Fristen

Achten Sie bei der Rechnungsstellung darauf, dass Ihre Rechnung juristisch prüffähig ist, also wichtige Pflichtangaben enthält.

Ist die Rechnung raus, bedenken Sie Regelungen für die Frist bis zur Fälligkeit.

Denken Sie immer daran, dass Rechnungen verjähren können. 

Beachten Sie schlussendlich auch die Aufbewahrungsfrist bestimmter Dokumente, wie beispielsweise Ihrer Rechnungen.

  

Fazit

An Unternehmen erbrachte Leistungen müssen Sie in Rechnung stellen. Ist der Leistungsempfänger eine “natürliche Person”, kann sie gestellt werden, wobei Sie einige Ausnahmefälle bedachen müssen. Die unterschiedlichen Fristen sind in jedem Fall unbedingt einzuhalten, nur so ist die Forderung durchsetzbar - und je schneller Sie eine Rechnung stellen, desto schneller kann Ihr Kunde sie überhaupt bezahlen.