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Insolvenz – Was ist das, wen kann es treffen und was ist zu tun?

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Lasse Dethleff am 05.07.2018

Kurz und bündig

Eine Insolvenz ist die Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens (Synonym: Konkurs). Davon abzugrenzen ist die Verbraucherinsolvenz (= Privatinsolvenz). Geregelt ist das Insolvenzrecht in der Insolvenzordnung (InsO).

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Wie zahlungsfähig ist Ihr Unternehmen? Ein früher Blick in den Geldbeutel kann Sie vor dem Aus bewahren!

Wen kann es treffen?

Treffen kann eine Insolvenz im Prinzip jedes Unternehmen. Tatsächlich betroffen sind aber zumeist kleine sowie junge Unternehmen, da sie einer höheren Anfälligkeit der unten genannten Gründe für eine Insolvenz unterliegen.

Statistiken zeigen, dass in den vergangenen Jahren in Deutschland die Zahlen der Unternehmensinsolvenzen rückläufig sind. Im Jahr 2017 wurden beispielsweise von der Creditreform insgesamt 116.000 Insolvenzfälle registriert, 2016 waren es noch 122.590.

Besonders anfällige Branchen sind das Baugewerbe, der Handel und die Dienstleistung.

Ursachen für die Insolvenz

Eine Insolvenz kann intern (z. B. durch Fehlplanungen und -einschätzungen, Lohn- und Verwaltungskosten) oder extern begründet sein (z. B. durch strukturelle und konjunkturelle Veränderungen des Marktes, Konkurrenz, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, schlechte Zahlungsmoral der Kunden).

3 mögliche Gründe sind im Insolvenzrecht aufgeführt:

  • Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO): Ein Unternehmen kann seine Zahlungspflicht gegenüber einem Gläubiger nicht erfüllen.

  • Drohende Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO): Ein Unternehmen wird zum Zeitpunkt der Fälligkeit voraussichtlich nicht in der Lage sein, seine Zahlungspflicht zu erfüllen.

  • Überschuldung (§ 19 InsO): Das Vermögen eines Unternehmens ist kleiner als seine Schulden.

Details

Insolvenzverschleppung

Tritt einer der oben genannten Fälle ein, muss die Geschäftsführung des betreffenden Unternehmens Insolvenz erklären. Unterlässt sie dies (Insolvenzverschleppung), ist mit bis zu 3 Jahren Gefängnisstrafe zu rechnen.

Insolvenzverfahren

Das Insolvenzverfahren ist ein Verfahren der Zwangsvollstreckung. Das Vermögen des Schuldners wird an den oder die Gläubiger abgeführt, wobei ein Teil zur Existenzsicherung bleibt.

Das Insolvenzverfahren für Unternehmer ist die Regelinsolvenz. Darüber hinaus haben Unternehmen auch die Möglichkeit der Sanierung in einem so genannten Eigenverwaltungsverfahren.

Das endgültige Aus?

Eine Insolvenz bedeutet nicht zwangsläufig das Aus. Durch eine Insolvenz haben Unternehmen und Freiberufler die Möglichkeit, sich von ihren Schulden zu befreien.

Die Insolvenz kann Teil der Sanierung eines in Schieflage geratenen Unternehmens sein. Denn sie schafft einen – kurzzeitigen – Liquiditätseffekt, der Unternehmen eine Atempause verschafft und Handlungsfähigkeit zurückgibt.

Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Insolvenz

Um eine Insolvenz abzuwenden, haben Unternehmen verschiedene Möglichkeiten:

Innerbetrieblich:

  • Prozessoptimierung zur Effizienzsteigerung (z. B. durch Automatisierung)
  • Maßnahmen zur Kosteneinsparung (z. B. durch Reduzierung des DSO-Wertes)
  • Prozess-Outsourcing

Außerbetrieblich:

  • Verhandlung um Ratenzahlungen, Stundung oder Schuldenerlass
  • Bürgschaft eines solventen Dritten (z. B. eines Kreditunternehmens)
  • Rechtzeitiges Hinzuziehen von Sanierern

Fazit

Eine schlechte Finanzlage kann zur Insolvenz eines Unternehmens führen. Die Ursachen sind verschieden und nicht immer an einem Punkt festzumachen. Betroffen sind vor allem kleine und junge Unternehmen, endgültig scheitern müssen diese damit aber nicht. Ein Insolvenzverfahren kann durchaus auch als Chance im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen betrachtet werden.

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