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Warum ein hoher DSO-Wert zum unternehmerischen Risiko werden kann

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Florian Kappert am 08.03.2018

Der DSO-Wert ist eine der wichtigsten Kennzahlen, wenn es darum geht, eine finanziell effektive Führung eines Unternehmens zu erreichen. Ein geringes Risiko eines Zahlungsausfalls, hohe Kapitaleffizienz und Liquidität: All das ist mit der richtigen Interpretation der Forderungslaufzeit und den hieraus abgeleiteten Maßnahmen zu erreichen. Eine hohe Debitorenlaufzeit hingegen kann auf der anderen Seite sehr schnell zu einem unternehmerischen Risiko werden.

Wichtigkeit des DSO-Werts

Das Kundenziel gibt - wie der Name schon erahnen lässt - Auskunft über die Zahlungsmoral eines Kunden. Wie lange benötigt er, um seine Rechnungen zu bezahlen? Wie entwickelt sich die Zahlungsmoral? Schnell lässt sich so ein Kundenportfolio erstellen. Braucht der Kunde regelmäßig länger, um Forderungen zu begleichen, ist es bei höherpreisigen Aufträgen ratsam, sich des Risikos eines Zahlungsausfalls bewusst zu werden, um so schon frühzeitig intervenieren zu können.

Auch in den Bereichen Sales und Cash-Flow-Management kann der DSO-Wert eine helfende Hand darstellen. Mit seiner Hilfe ist es möglich, eine Performancesteigerung in diesen Gebieten zu erreichen. Eine niedrige Debitorenlaufzeit führt zu einer stärkeren Finanzkraft eines Unternehmens, das somit nicht auf Geld von Kreditgebern angewiesen ist. Meist reicht schon eine geringfügige Senkung der Forderungslaufzeit aus, um eine große Wirkung auf den Reingewinn eines Unternehmens zu erreichen.

Jedoch ist dabei zu berücksichtigten, dass es auch beim DSO-Wert Einschränkungen zu seiner Interpretation und Anwendung gibt.

Unternehmensrisiko

Ein hoher DSO-Wert bringt eine Vielzahl verschiedener Risiken für ein Unternehmen mit sich, die alle miteinander verknüpft sind.

Wenn ein Unternehmen, unabhängig von der Anzahl der Kunden, einen hohen Forderungsbestand aufweist, der auf ein langes Kundenziel zurückzuführen ist, geht daraus meistens auch eine starke Kapitalbindung hervor. Der Betrieb bleibt auf seinen Forderungen sitzen und die finanzielle Beweglichkeit ist stark eingeschränkt. Investitionen und weitere Ausgaben müssen verschoben werden, da schlichtweg die Liquidität fehlt.

Besonders für Unternehmen, die nur ein geringes Kapital zur Verfügung haben, ist es wichtig, die Kapitalbindung niedrig und damit die Kapitaleffizienz hoch zu halten.

Entweder hat ein Unternehmen nun die Möglichkeit, mit Hilfe eines Kredits den Liquiditätsengpass zu überwinden, was eine erhöhte Zinsbelastung zur Folge hätte. Oder aber die Begleichung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wird maximal hinausgezögert. Dies hat allerdings zur Folge, dass sich die Bonität und das damit verbundene Rating des Unternehmens verschlechtert. Zudem sorgt diese kurzfristige Lösung für ein schlechtes Kundenportfolio bei Lieferanten und Dienstleistern.

Demnach sollte Ziel jedes Unternehmens sein, das unternehmerische Risiko mit einem niedrigen DSO-Wert möglichst gering zu halten. So werden finanzielle Verluste und den Schritt in die Insolvenz schon im Vorfeld vermieden.

Wesentliche Maßnahmen für einen niedrigen DSO-Wert

Um die mit einem hohen DSO verbundenen Probleme zu vermeiden, gibt es ein paar wesentliche Punkte, die beachtet werden sollten.

Ein erster Schritt dafür ist, die Zahlungskonditionen den verschiedenen Kunden anzupassen. Das heißt, dass nicht jeder Kunde gleich behandelt, sondern je nach individueller Zahlungsmoral unterschieden werden soll. So ist es bei Kunden, die sich gerne mal etwas mehr Zeit lassen mit der Begleichung der Rechnung, ratsam, von vornherein strengere Zahlungskonditionen anzuwenden.

Des Weiteren sollte das Forderungsmanagement ernst genommen werden. Kompromisse sind hier fehl am Platz. Es gilt diesen Bereich der Debitorenbuchhaltung professionell und gut organisiert zu führen. Schließlich geht es um die Begleichung von Forderungen für bereits erfüllte Leistungen.

Doch wie ist ein gutes und effektives Forderungsmanagement zu erreichen? Mit einem professionellen Mahnwesen, das zunächst stringent sämtliche Möglichkeiten des kaufmännischen und anschließend des außergerichtlichen Mahnwesens mit einem geeigneten Inkasso-Partner berücksichtigt. Besonders hilfreich ist es hierbei eine Software-Lösung zu benutzen, die den anfallenden Aufwand reduziert und sämtliche Prozesse automatisch und dennoch für den Anwender völlig transparent ausführt und im Bedarfsfall eine automatische Übergabe der Forderung an ein Inkasso-Unternehmen veranlasst.

Fazit

Der DSO-Wert ist ein guter Indikator, wenn es darum geht, das unternehmerisches Risiko eines Betriebs einzuschätzen. Mithilfe des ermittelten Wertes lassen sich Aussagen zu vielen verschiedenen Faktoren treffen, sodass Maßnahmen gegen die damit verbundenen Probleme durchgeführt werden können. Ein hoher DSO-Wert begünstigt:

  • Einen hohen Forderungsbestand
  • Eine starke Kapitalbindung
  • Eine niedrige Liquidität
  • Eine steigende Zinsbelastung
  • Ein schlechtes Rating
  • Ein erhöhtes Ausfallrisiko

Durch ein effektives softwaregestütztes Forderungsmanagement ist es möglich, diesen Problemen aus dem Weg zu gehen und ein finanziell gut aufgestelltes und zukunftsfähiges Unternehmen aufzubauen.

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