Mit der Zustellung der Rechnung beginnt für viele Unternehmen eine oft unnötig lange Wartezeit, bis der Kunde, in dem Fall der Schuldner, seiner Pflicht nachkommt und die Rechnung bezahlt. Im Bereich B2B erhöhte sich im zweiten Halbjahr 2018 der Zahlungsverzug auf 10,70 Tage (2. Halbjahr im Vorjahr 10,58). Die Folge waren verkürzte Zahlungsziele, im Durchschnitt 31,60 Tage (Vorjahr 31,57).* 

 

30-Tage-Regelung

Grundsätzlich sind Gläubiger und Schuldner bei der Vereinbarung für ein Zahlungsziel frei, jedoch sollte das Fälligkeitsdatum immer Bestandteil der Rechnung sein. Wurde mit dem Kunden kein Zahlungsziel vereinbart, so gilt nach § 286 Abs. 3 Satz 1 BGB die 30 Tage-Regelung. Bei der 30-Tage-Regelung unterscheidet der Gesetzgeber zwischen:

  • Verbraucher (B2C)
  • Unternehmer (B2B)

Bei Verbrauchern muss in der Rechnung ausdrücklich auf die 30-Tage-Regelung und deren Folgen hingewiesen werden, um den Kunden in Verzug setzen zu können.

Anders geregelt ist dies bei Unternehmern, die nicht auf die 30-Tage-Frist und den Verzug der Zahlung hingewiesen werden müssen.

Das bedeutet grundsätzlich, dass ein Schuldner, sofern keine andere Frist vereinbart wurde, 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung in Zahlungsverzug gerät. Mit Verzug sollten Sie Ihren Kunden stringent und schnell das Ausbleiben der Zahlung hinweisen. Hier bietet es sich an, zunächst eine Zahlungserinnerung zu verschicken, bevor Sie Ihrem Kunden eine Mahnung zukommen lassen. Mit der letzten Mahnung müssen Sie unmissverständlich deutlich machen, dass bei einem weiteren Zahlungsverzug rechtliche Schritte - wie die Übergabe der Rechnung an ein Inkasso-Unternehmen - eingeleitet werden. 

 

Beginn der Zahlungsfrist

Bei Zahlung auf Rechnung beginnt mit dem Erhalt der Leistung die Zahlungsfrist. Bei Warenleistungen ist dies üblicherweise das Datum, an dem die Ware beim Käufer eingeht. Wenn dieses Datum nicht klar ist, gilt eine angenommene Frist von 3 Werktagen ab Versanddatum.

 

Mögliche Maßnahmen

Mithilfe der Offene-Posten-Liste überprüfen Sie, ob Ihre Kunden die gesetzten Fristen auch eingehalten oder berechtigte Gründe bekannt gegeben haben, die Zahlung noch nicht vorzunehmen. Der mit verbundene Aufwand ist immens und fordert Ihren Mitarbeitern in Buchhaltung und Vertrieb eine Menge ab. 

Indem Sie Ihr Debitorenmanagement mithilfe eines Cloud-Plattform entlasten, sorgen Sie dafür, dass Fristen nicht aufgrund interner Abstimmungsprobleme überschritten werden. Automatisierte Workflows helfen dabei, dass Vorgänge sebstverständlich und zuverlässig ablaufen, so wie Sie es sich vorstellen. Die zentrale Abbildung aller Prozesse und der gesamten damit verbundenen Kommunikation sorgt dafür, dass Umwege bei der Abstimmung vermieden werden. 


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Management Summary

  • Zahlungsziele können zwischen Gläubiger und Schuldner frei vereinbart werden.
  • Wurde mit dem Kunden kein Zahlungsziel vereinbart, so gilt die 30 Tage-Regelung.
  • Im B2C muss auf die 30 Tage-Regelung ausdrücklich hingewiesen werden, im B2B nicht. 
  • Mahnen ist jedoch nur die eine Kehrseite der Medaille.
  • Wenn Sie für einen zügigen Zahlungseingang sorgen und Debitorenrisiken kontrollieren wollen, müssen Sie auch bei Ihren internen Prozessen aufräumen.
  • Das gelingt Ihnen durch den Einsatz einer Cloud-Software wie Bilendo.

 

*vgl. Zahlungsindikator der Creditreform Winter 2018/2019