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Mit der richtigen Liquiditätsplanung zu mehr Profitabilität

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Florian Kappert am 30.05.2018

Jedes Unternehmen versucht Geldknappheit zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Um die eigene Profitabilität zu steigern, müssen mehrere Faktoren beachtet und unter Umständen Maßnahmen in der Liquiditätsplanung ergriffen werden.

Der Faktor “Geldumschlag”

Mithilfe des Cash Conversion Cycles (CCC, dt.: Geldumschlagsdauer) kann berechnet werden, wie lange liquide Mittel in einem Unternehmen gebunden sind und somit nicht zur Verfügung stehen.

Die Geldumschlagsdauer berechnet sich aus der durchschnittlichen Lagerdauer zuzüglich der durchschnittlichen Inkassoperiode abzüglich des durchschnittlichen Lieferantenzahlungsziels.

Cash Conversion Cycle (CCC) = Lagerumschlag + Debitorenumschlag – Kreditorenumschlag

Der ermittelte Wert sollte in Bezug auf die Branche betrachtet werden, da es große Unterschiede bei Produktionsprozessen und festgelegten Zahlungsbedingungen gibt.

Grundsätzlich gilt jedoch: Je kürzer die Geldumschlagsdauer ist, desto besser ist die eigene Liquidität.

Es stehen drei Stellschrauben zur Verfügung, durch die die Geldumschlagsdauer optimiert werden kann:

1. Lagerdauer

Solange eine Ware eingelagert ist, bis sie schlussendlich verwendet bzw. verkauft wird, verursacht sie Kosten. Es gilt demzufolge, die Zeitspanne zu verkürzen, in der eine Ware nicht gewinnbringend ist.

Mehrere Maßnahmen setzen hier an:

  • Die Umstellung auf Just-in-time-Lieferung verkürzt die Lagerdauer maßgeblich. Waren, die entweder für den Weiterverkauf bestimmt sind oder für die Ausführung einer Dienstleistung benötigt werden, verursachen auf diese Weise deutlich geringere finanzielle Belastungen für das Unternehmen.
  • Eine Verkürzung der Bestellzyklen bei Lieferanten hat denselben Effekt und trägt zur Verbesserung der Lagerumschlagshäufigkeit bei.
  • Handelt es sich beim Unternehmen um einen Händler, bewirkt auch die Umstellung auf reinen Versandhandel einen Rückgang der Lagerdauer.
  • Mit modernen ERP-Systemen (“Enterprise-Resource-Planning”) werden viele innerbetriebliche Prozesse koordiniert und automatisiert. Auch das Lagerbestandsmanagement lässt sich unter Zuhilfenahme einer geeigneten ERP-Softwarelösung optimieren, sodass Lagerzeiten verkürzt werden und benötigte Betriebsmittel wie etwa Ziegel direkt zur Baustelle geliefert werden.

2. Inkassoperiode

Von großer Bedeutung für eine angemessene Profitabilität sind kurze Debitorenlaufzeiten. Zum einen bedeutet das, dass sämtliche Verträge mit den Debitoren möglichst kurze Laufzeiten haben sollten, zum anderen aber auch, dass der Betrieb über ein effektives und gutes professionelles Mahnwesen verfügen muss, um dieses Ziel erreichen zu können.

Auch eine gute Kundenbeziehung wirkt sich positiv auf die Forderungslaufzeiten aus, denn zufriedene Kunden zahlen in der Regel schneller als unzufriedene. Leider werden trotz aller Bemühungen viele Rechnungen nicht innerhalb der vorgegebenen Zahlungsfrist beglichen.

Kommen Zahlungsverzüge häufiger vor, sollte über eine Optimierung des Mahnwesens nachgedacht werden:

  • Nicht nur Mahnungen mit erhobenem Finger führen zum Erfolg. Häufig wird eine deutlich schnellere Zahlung herbeigeführt, wenn bei rascher Bezahlung Skonto gewährt wird.
  • Schon der Hinweis auf drohende Verzugszinsen oder eine Verzugspauschale kann als positiver Zahlungsanreiz dienen, selbst wenn beim baldigen Zahlungseingang von deren Erhebung abgesehen wird.
  • Durch den Einsatz moderner Debitorenmanagement und Forderungsmanagement-Lösungen lassen sich sämtliche Prozesse in der Finanzbuchhaltung automatisieren. Die Anbindung an die eigene IT-Infrastruktur findet bei B2B-Cloud-Softwares ohne Aufwand statt, sodass keine hohen Kosten bei der Umstellung anfallen. Besonders in diesem Bereich helfen effiziente Prozesse dabei, Mahnläufe zu optimieren und Zahlungsausfälle zu vermeiden.

3. Lieferantenzahlungsziel

In Bezug auf die eigenen Lieferanten gilt es, möglichst lange Zahlungsziele zu vereinbaren. Nur so können die Kosten für zwischenzeitlich ungenutzte Güter bis zu deren Einsatz gering gehalten werden.

Bei kurzen Zahlungszielen müssen Waren schnell bezahlt werden, womöglich schon lange bevor sie an den Endverbraucher geliefert wurden. Je nachdem, wie groß der Zeitraum zwischen Lieferantenzahlungsziel und Inkassoperiode ausfällt, leidet hierunter die eigene Liquidität stark.

Fazit

Ein Unternehmen nachhaltig solide zu führen erfordert großen Einsatz und viel Fingerspitzengefühl. Eine richtige Liquiditätsplanung trägt maßgeblich dazu bei, künftigen Herausforderungen gut gewappnet entgegenzutreten. Vorausschauende Entscheidungen in Bezug auf die Lagerdauer, die Inkassoperiode und das Lieferantenzahlungsziel wirken sich positiv auf die Erreichung dieses Ziels aus.

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