7 Punkte, die Sie über einen Mahnbescheid wissen müssen

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Damit Ihnen das Wasser beim Mahnen nicht bis zum Hals steht, sollten Sie diese Punkte beachten Damit Ihnen das Wasser beim Mahnen nicht bis zum Hals steht, sollten Sie diese Punkte beachten

Am Ende eines ergebnislosen Mahnprozesses ist Ihr nächster Schritt, einen Mahnbescheid zu beantragen. Dafür müssen Sie eine Reihe von Punkten wissen und berücksichtigen.

1. Was ist ein Mahnbescheid?

Mit einem gerichtlichen Mahnbescheid machen Sie als Gläubiger Ihre Forderung gegen Ihren säumigen Kunden, also den Schuldner, über das Gericht geltend.

Generell gilt:

Wer im Verzug ist, muss nicht zwangsläufig angemahnt werden, sondern kann unmittelbar mit einem Mahnbescheid konfrontiert werden. Dies ist zwar ein rechtmäßiger, aber kein besonders kundenorientierter Schritt, wie Sie sicherlich nachvollziehen können. Deshalb ist es in der Praxis üblich, Kunden durch einen mehrstufigen Mahnprozess erst einmal Zeit einzuräumen, das Versäumte nachzuholen.

2. Das bringt der Mahnbescheid

Damit erreichen Sie zweierlei:

Zum einen führt ein Mahnbescheid ohne aufwendiges Gerichtsverfahren über einen Vollstreckungsbescheid schließlich zur Zwangsvollstreckung.

Zum anderen können Sie mit genau diesem Vollstreckungsbescheid die Verjährung Ihrer Forderung vermeiden: Denn ein Vollstreckungsbescheid ist ein gerichtlicher Schuldtitel (Vollstreckungstitel). Die darin titulierte Forderung verjährt 30 Jahre lang nicht.

Mit dem Vollstreckungstitel können Sie im nächsten Schritt Pfändungsmaßnahmen (Lohnpfändung, Kontopfändung, Besuch des Gerichtsvollziehers und Eidesstattliche Versicherung) gegen Ihren säumigen Kunden einleiten.

3. Ihr Kunde hat ein Widerspruchsrecht

Ein Schuldner hat 14 Tage Zeit, Widerspruch gegen den Mahnbescheid einzulegen. In so einem Fall wird ein gerichtliches Klageverfahren eingeleitet. Dabei wird dann geprüft, ob die Forderung berechtigt ist (nicht schon beim Mahnbescheid).

Generell gilt:

Jeder kann gegen jeden einen Mahnbescheid erwirken, unabhängig davon, ob ein Anspruch auf das eingeforderte Geld besteht oder nicht. Heutzutage kommt das leider gar nicht so selten vor. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihr Kunde erst einmal empfindlich und mit Widerspruch reagiert, weil er gegebenenfalls schon einmal Opfer einer Internetabzocke geworden ist.

4. Selber machen oder machen lassen?

Wollen Sie als Gläubiger einen Mahnbescheid selbst beantragen, sollten Sie über das nötige Know-how verfügen. Ziehen Sie im Zweifelsfall ein Inkassounternehmen oder einen Anwalt hinzu.

Wenn Sie allerdings über das nötige Hintergrundwissen verfügen und nicht jedes Mal den Umweg über eine dritte Instanz gehen müssen, halten Sie ein wirksames Druckmittel in der Hand, um säumigen Kunden Beine zu machen.

5. So beantragen Sie einen Mahnbescheid

Wo: Zentrales Mahngericht Ihres Bundeslandes

Wie:

  • Schriftlich: Die nötigen Formulare finden Sie online oder auch in Schreibwarenläden.
  • Online: Oder füllen Sie das entsprechende Formular gleich online aus, aber Achtung, das Ausfüllen kann recht komplex ausfallen, sehen Sie entsprechende Hilfen ein.
  • Elektronisch: am besten über das Elektronische Gerichtspostfach oder Verwaltungspostfach EGVP, oder über eine andere zugelassene Kommunikationssoftware zur Erstellung der benötigten Datensätze.
  • Inkasso-Anbieter: Der Aufwand ist beträchtlich und lässt sich minimieren durch die Übergabe an ein Inkassobüro Ihres Vertrauens.

Und dann?

Der Mahnbescheid wird Ihrem säumigen Kunden durch das Amtsgericht zugestellt. Dreierlei kann dann passieren:

  1. Der Kunde zahlt.
  2. Der Kunde legt Widerspruch ein, Folge ist ein streitiges Verfahren.
  3. Der Kunde reagiert nicht, Sie erhalten einen Vollstreckungsbescheid. Mit dem Vollstreckungsbescheid beauftragen Sie einen Gerichtsvollzieher.

Beachten Sie, dass das Amtsgericht nicht die Rechtmäßigkeit Ihrer Forderung überprüft.

6. Lieber gleich klagen?

Was ist erfolgsversprechender, ein Mahnbescheid oder gleich ein Klageverfahren? Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, voraussichtlich ist aber ein gerichtliches Mahnverfahren kostengünstiger als ein Klageverfahren.


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