Was ist Cloud-Computing und wodurch unterscheiden sich die Lösungen?

Post von .
Möglich durch moderne Arbeitstechnik: Geld verdienen im Cafe Möglich durch moderne Arbeitstechnik: Geld verdienen im Cafe

Eine Internet-Suchanfrage im Jahr 2017 liefert Angebote schier unzähliger Unternehmen. Die Bereitstellung von IT-Infrastruktur an Nutzer scheint ein riesiger Markt zu sein - viele Smartphone-Nutzer erleben selbst, wie automatisch Kontakte, Fotos und andere Dateien nach einem Verlust oder Totalschaden vollautomatisch auf ein neues Gerät übertragen werden. Doch der Markt für Cloud-Computing bietet noch weitaus mehr Möglichkeiten.

Die Geschichte hat gerade erst begonnen

Zwar war es schon in den 1960er Jahren technisch möglich, sich über den eigenen Telefonanschluss an große Rechenzentren anzuschließen und somit fremde Rechenleistung zu beziehen - die damaligen Übertragungs-geschwindigkeiten stellten jedoch den Flaschenhals dar, sodass effizientes Arbeiten auf diese Weise noch nicht realisiert werden konnte.

1995 präsentierte das Fraunhofer Institut mit BSCW („Basic Support for Cooperative Work”) eine kollaborative Software, die es Nutzern ermöglichte, in gemeinsamen virtuellen Arbeitsbereichen Dokumente zu erstellen und auch zu bearbeiten.

Mit dem Start von Facebook konnten ab 2004 auch private Nutzer Dateien wie Fotos oder Videos posten und für andere Nutzer einsehbar machen, ohne dass diese Inhalte auf der Festplatte des eigenen Rechners speichern mussten.

Aber auch Unternehmen erkannten das Potenzial, das sich in der Zentralisierung des Cloud-Computing verbirgt. Durch den immer weiter voranschreitenden Breitbandausbau sind mittlerweile keine Geschwindig-keitseinbußen mehr zu befürchten, wenn Daten - anstatt von der eigenen Festplatte - aus einem Hochleistungsrechenzentrum über das Internet abgerufen werden.

Vergleichbar ist die Entwicklung mit der Zentralisierung der Strom-versorgung vor über 100 Jahren, als leistungsfähige Leitungen dazu führten, dass Strom in großen Kraftwerken erzeugt und effizient verteilt werden konnte. Dank der nun möglichen besseren Skalierbarkeit gehörten Unterversorgung einerseits und brachliegende Kapazitäten als Gegenstück so der Vergangenheit an.

3 Servicemodelle des Cloud-Computing

1. IaaS

Beim Modell IaaS („Infrastructure-as-a-Service”) stellt ein Cloud-Anbieter dem Kunden grundlegende Ressourcen wie Rechen- oder Netzwerk-leistung und Speicherkapazität zur Verfügung. Der Anwender hat so die volle Kontrolle über alle Bestandteile, ist jedoch auch für die Auswahl, Installation und Instandhaltung der gebuchten Komponenten eigen-verantwortlich.

So kommen IaaS-Lösungen nur für technisch versierte Anwendergruppen in Frage. Die Wartung der angemieteten Kapazitäten übernimmt der Anbieter, sodass sich die Start-ups oder kleineren und mittelständischen Unternehmen einen Großteil der Kosten für Erwerb und Unterhalt eigener Server sparen können. Auch das Risiko einer Kostenexplosion durch einen längerfristigen Ausfall wird minimiert, da sich eine breite Kundenmasse die Auslagen für die permanente Serverpflege teilt.

Typische Szenarien für IaaS sind die Erstellung von Test- und Entwicklungsumgebungen für neue Softwareanwendungen, Website-Hosting, Sicherung großer Datenmengen, Nutzung von Ressourcen für webbasierte Apps oder die Berechnung komplexer Simulationen.

2. PaaS

Zusätzlich zu den Leistungen von IaaS bietet PaaS („Platform-as-a-Service”) ein Programmiermodell und dazugehörige Tools an, mit denen der Kunde Cloud-basierte Anwendungen programmieren und ausführen kann.

Durch die Verwendung bereits vorhandener Programm-Codes können sich Kunden ganz auf die Entwicklung neuer Features konzentrieren, ohne Ressourcen für die Administration von Infrastruktur und System einzuplanen. Anbieter stellen zudem häufig Tools bereit, mit deren Hilfe Nutzer die Funktionsweise ihrer Anwendung prüfen und weitere Analysen durchführen können.

Die Bereitstellung einer Cloud-internen Softwareumgebung kann aufgrund fehlender Portierbarkeit jedoch zu einer Anbieterabhängigkeit führen, da die Anbieter von PaaS-Lösungen auf unterschiedliche Programmier-sprachen setzen - das Problem lässt sich einzig durch die Verwendung freier Open-Source-Schnittstellen umgehen.

3. SaaS

Den meisten Endverbrauchern dürfte das Modell SaaS („Software-as-a-Service”) am geläufigsten sein: Hier können sich Nutzer via Internet mit Cloud-basierten Apps verbinden. Gängige Bezeichnungen hierfür sind On-Demand-Software, Cloud-Software oder gehostete Software.

Ein Anbieter stellt Kunden eine - meist über den Browser abrufbare - Anwendungsumgebung zur Verfügung, die problemlos ortsunabhängig und von verschiedenen Geräten genutzt werden kann. Dem Endanwender wird so eine komfortable Lösung bereitgestellt, bei der die gesamte Installation, Verwaltung, Aktualisierung und Datensicherheit durch den Anbieter bewerkstelligt wird.

Anwendungsbereiche für Privatnutzer sind unter anderem webbasierte E-Mail-Dienste, Kalender-Tools oder Office-Anwendungen. Für Unternehmen existiert eine riesige Auswahl an Softwarelösungen für nahezu jeden erdenklichen Einsatzbereich. Geschätzt wird SaaS dabei besonders aufgrund der raschen Inbetriebnahme - denn verglichen mit herkömmlichen Anwendungen wird der Zeitraum der Implementierung drastisch verkürzt. Zudem werden keine personellen Ressourcen an die Instandhaltung der Software gebunden, sodass Kosten gesenkt werden können.

Wachsendes Potenzial

Durch die Verwendung einer standardisierten Cloud-gestützten Anwendung ergeben sich für den Nutzer beträchtliche Vorteile.

  • Skalierbarkeit der Lösung

Ein wesentlicher Unterschied zur herkömmlichen stationären IT-Nutzung ist die bessere Skalierbarkeit bei Cloud-Computing. Auf dem Markt dominieren nutzungsabhängige Zahlungsmodelle, sodass Anwender nur für die Rechenleistung bezahlen, die sie wirklich beanspruchen. Stünde die gesamte Hardware direkt beim Anwender, müsste er ständig für den Fall einer stark schwankenden Nachfrage Kapazitäten vorenthalten. Es stehen jedoch so große Leistungsreserven beim Anbieter zur Verfügung, dass ein Nutzer ohne Probleme zu Spitzenlastzeiten ohne Einbußen weiterarbeiten kann.

  • Schutz vor Datenausfall

Durch das Auslagern wichtiger Daten wird der Anwender zudem vom Risiko eines endgültigen Datenausfalls wie beispielsweise durch unsachgemäße Bedienung oder Brandschäden geschützt. Der Cloud-Anbieter trägt Sorge für die sichere Bewahrung der Dateien und lässt sich diese Sicherheitsstandards in der Regel auch zertifizieren. Durch ständige Wartung und Weiterentwicklung sind die ausgelagerten Dateien heutzutage besser gesichert als auf dem eigenen Computer.

  • Unabhängigkeit vom Standort

Der ortsunabhängige Zugriff ermöglicht Nutzern eine komfortable Arbeitsweise, egal ob sie gerade in Deutschland, Neuseeland oder an einem Flughafen sitzen - der ständig besser werdenden Verfügbarkeit von schnellen Internetverbindungen sei Dank.

Kalkulierbares Risiko

Durch das Auslagern eigener Daten sorgen sich Nutzer oft um die Datensicherheit. Was passiert, wenn Unbefugte Zugriff auf sensible Daten erhalten möchten?

Fakt ist: Eine 100%ige Absicherung kann und wird es nie geben - dennoch sind Verschlüsselungstechniken heute so ausgereift, dass in Cloud-Systemen eine weitaus bessere Sicherheit gewährleistet werden kann als in privaten oder firmeneigenen Netzwerken. Ferner gilt es darauf zu achten, dass Cloud-Anbieter Nutzerdaten garantiert nur in Deutschland speichern und aktuelle Verschlüsselungstechnologien einsetzen.

Die Verwendung von Cloud-Diensten macht Nutzer abhängig von deren Anbietern. Wie kann man sich vor Risiken wie Geschäftseinstellung oder Insolvenz schützen? Die meisten Vertragslaufzeiten für Cloud-Produkte sind recht kurz und lassen sich so flexibel planen. Durch die Nutzung einer Lösung mit Datenexport in ein standardisiertes Format lässt sich das Restrisiko weiter minimieren und ein Wechsel zwischen mehreren Clouds ermöglichen.

Fazit

Cloud-Computing ist der nächste logische Schritt in die Digitalisierung. Für nahezu jedes Einsatzgebiet entstehen effiziente Lösungen, während Risiken weiter minimiert werden. Der stetige Breitbandausbau und schnelles mobiles Internet steigern die Attraktivität von Cloud-Computing auch in Zukunft.

Whitepaper Digitalisierung


Thema: .

Passende Themen

Millionen-Finanzierung für das Münchner FinTech-Start-up des Jahres Bilendo

Thumb 0x presse
Nach der Seed-Finanzierungsrunde im April 2016 schließen die Gründer der innovativen Plattform fürs Forderungsmanagement Bilendo die nächste...  Mehr

Mahnverfahren online | Leicht und effizient mit Bilendo

Thumb 169 leichte und effiziente online mahnverfahren
Offenen Rechnungen hinterherzulaufen ist nicht nur nervig, sondern auch unnötig. Mit dem Online Mahnverfahren wird das Forderungsmanagement schnell und...  Mehr

Bilendo kann's halt: Wahl zum Fintech des Jahres 2016

Thumb 0x presse
Payment and Banking hat im April dieses Jahres die Bilendo GmbH zum Fintech 2016 gekürt. Bewerben konnten sich alle Fintech-Start-ups, die 2015 und 2016...  Mehr

Unseren Blog abonieren

Wie wir Unternehmen dabei helfen, ihre Liquidität zu verbessern und das Mahnwesen zu perfektionieren.

Vielen Dank!

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse in der E-Mail die wir Ihnen gerade geschickt haben.

Icon question

Fragen?

Mit Bilendo Ihr Mahnwesen automatisieren und dauerhaft Ihre Liquidität, die Übersicht Ihrer Finanzen und Ihre Kundenkommunikation verbessern.

Icon demo

Demo vereinbaren!

Unser Experten-Team zeigt Ihnen das Bilendo-Mahnwesen und die Möglichkeiten der Automatisierung in einer 30-minütigen Online-Demo.