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Diese Unternehmenssteuern sind für kleine Unternehmen und Gründer wichtig

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Bilendo am 31.07.2018

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist getan, die ersten Gewinne bringen die Kasse zum Klingeln. Schneller als dem neuen Firmeninhaber vielleicht lieb ist, klopft jetzt Vater Staat an die Tür und hält fordernd die Hand auf. Denn jeder Unternehmensgewinn spült Steuern in das staatliche Finanzsäckchen. Die Steuerlast für Kleinunternehmer und Startups ist jedoch überschaubar. In der Regel zahlen sie lediglich:

  • Einkommenssteuer
  • Umsatzsteuer

An der Einkommenssteuer führt kein Weg vorbei

Einzelunternehmer zahlen in jedem Fall die Einkommensteuer auf ihre Einkünfte im vergangenen Kalenderjahr. Als Berechnungsgrundlage dient der Gewinn der Firma sowie sonstige Einkommen des Unternehmers. Persönliche Freibeträge, Vorsorgeaufwendungen oder Sonderausgaben werden dabei berücksichtigt. Dazu zählt auch der Grundfreibetrag, der im Jahr 2018 bei 9.000 Euro für Singles lag, 18.000 Euro konnten Verheiratete geltend machen. Liegen die zu versteuernden Einnahmen unter den genannten Grenzwerten, muss keine Einkommensteuer gezahlt werden. Bei steigenden Einkünften wachsen hingegen die Steuersätze. Der aktuelle Spitzenwert beträgt 42 Prozent, der bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen pro Person ab 54.950 Euro fällig wird.

Nach Ablauf des Kalenderjahres muss die Erklärung zur Einkommenssteuer bis zum 31. Juli des Folgejahres beim jeweils zuständigen Finanzamt eingereicht werden. Für alle, die sich einen Steuerberater leisten, verlängert sich die Abgabefrist bis zum 31. Dezember.

Der Fall Umsatzsteuer

Vater Staat erhebt auf alle Waren und Dienstleistungen die Mehrwertsteuer, die aktuell bei 19 Prozent liegt. Wer etwas verkauft, muss zuzüglich zum Nettopreis dem Käufer die Mehrwertsteuer in Rechnung stellen. Für Waren und Dienste, die Startups für ihren Geschäftsbetrieb anschaffen, fällt ebenfalls die Umsatzsteuer an, die jedoch als Vorsteuer dem Finanzamt in Rechnung gestellt wird. Damit möchte der Staat eine Doppelbesteuerung zwischen Handel und Unternehmen verhindern. Die Umsatzsteuervoranmeldung muss am zehnten Tag des Folgemonats eingereicht und die Zahlung auf dem Konto des Finanzamtes eingegangen sein. Quartalszahlungen sind jeweils zum 10. Januar, 10. April, 10. Juli, sowie am 10. Oktober fällig.

Ausgenommen von der Umsatzsteuer sind Kleinunternehmer, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Status Kleinunternehmer

Um in den Genuss einer weniger komplexen Besteuerung zu kommen, muss der Selbständige oder Unternehmer zwei Voraussetzungen erfüllen:

  • Zum einen darf der Umsatz mit umsatzsteuerpflichtigen Lieferungen und Leistungen im Vorjahr nicht über 17.500 Euro hinausgegangen sein
  • zum anderen darf der Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro betragen

Treffen die Bedingungen zu, können Startups beim Finanzamt die Einstufung als Kleinunternehmer nach § 19 UStG beantragen. Stimmt die Behörde dem Antrag zu, muss der Jungunternehmer in seinen Rechnungen keine Mehrwertsteuer ausweisen. Allerdings bekommen Einzelunternehmer in diesem Fall auch keine Vorsteuer erstattet. Also die Umsatzsteuer, die Startups selbst für betrieblich bedingte Einkäufe bezahlen haben.

Die Entscheidung für die Kleinunternehmer-Regelung ist vor allem für Existenzgründer sehr attraktiv, weil

  • sie deutlich weniger Zeit und Aufwand benötigen, um ihre umsatzsteuerlichen Aufgaben zu erledigen.
  • sie sich nicht um die verschiedenen Umsatzsteuersätze kümmern müssen. Dadurch können sie sich die Unterscheidung zwischen Netto-Rechnungsbetrag und Umsatzsteuer sparen.
  • das Ermitteln des Vorsteueranteils und der Zahllast entfällt, da Umsatzsteuervoranmeldungen und Zahllastüberweisungen nicht erforderlich sind.

Folgen der verspäteten Umsatzsteuervoranmeldung

Die Mehrwertsteuer, in Unternehmerkreisen bekannt als Umsatzsteuer, ist nach der Lohnsteuer eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates. Er verzichtet daher nur ungern auf den monatlichen Geldfluss. Wenn ein Jungunternehmer seiner Pflicht daher nicht pünktlich nachkommt, gibt es kein Pardon. Bei Nichteinhaltung der Abgabefristen kann das zuständige Finanzamt bereits bei einem Tag zu spät eingereichter Voranmeldung und Zahlung einen Säumniszuschlag verhängen. Ist die Verzögerung der Umsatzsteuervoranmeldung zur Routine geworden, nimmt das Finanzamt eine Schätzung der Umsatzsteuer vor, die in der Regel deutlich höher bemessen und sofort zu zahlen ist. Verspätungszuschlag inklusive. Ist keine Besserung bezüglich der Fristeinhaltung in Sicht, droht dem Jungunternehmer eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung. Dann erwarten ihn saftige Bußgelder und im schlimmsten Fall eine Haftstrafe.

Tipp:

Beim Umgang mit dem Finanzamt immer ehrlich bleiben. Dem zuständigen Beamten behilflich sein und klaglos alle Dokumente offenlegen. Bei einer Steuernachzahlung ggf. Widerspruch einlegen und den Sachverhalt der Behörde erklären, wenn Ihnen etwas unstimmig erscheint. In der Regel gilt: Die Angst vor dem Fiskus ist unbegründet. Wenn die Steuerlast steigt, ist das schließlich ein Zeichen für den Erfolg des eigenen Unternehmens. Weiterführende Informationen zu den wichtigsten Unternehmenssteuern finden Sie in unserem e-Book.

Über Sage:

Kerstin_Geßner_Sage

Über die Autorin: Kerstin Geßner, Product Marketing Manager Sage GmbH. Kerstin Geßner bringt über 15 Jahre Vertriebserfahrung aus verschiedenen Firmen sowie Branchen mit und kennt die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden daher genau. Ihr Fokus liegt dabei darauf, Gründern und Selbständigen ideale Lösungen zu bieten, die alle Anforderungen kleiner Unternehmen optimal erfüllen.

Ziel von Sage ist es, den Verwaltungsaufwand für Unternehmen – vom Startup bis zum Mittelstand - zu reduzieren. Daran arbeiten täglich mehr als 13.000 Mitarbeiter in 23 Ländern mit einem Netzwerk aus Beratern und Partnern für drei Millionen Kunden. Dazu stellt Sage die Sage Business Cloud bereit mit allem, was Unternehmen benötigen, wie zum Beispiel Buchhaltung, Finanzen, Enterprise Management, Personalwesen und Lohnabrechnung. Gründer und Kleinunternehmen behalten mit Buchhaltung und Lohnabrechnung der Sage Business Cloud bereits einfach und selbsterklärend die Kontrolle über ihr Unternehmen.

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