Face-on: Jochen Siegert

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0x face on Face-on mit Jochen Siegert von traxpay

Über Jochen Siegert

Jochen Siegert ist Vorstand/COO der traxpay AG in Frankfurt und schaut zurück auf über 15 Jahre Erfahrung und Führungspositionen im Zahlungsverkehr. (MasterCard Deutschland und Europa, PayPal EMEA, Bigpoint, KarstadtQuelle Bank). Er ist Co-Gastgeber des wöchentlichen deutschen FinTech-Podcast von paymentandbanking.com und Mentor/Beirat bei den FinTechs Figo GmbH, Finleap GmbH und Savedroid AG.

Jochen, ich freue mich über die Gelegenheit, dich als Interviewpartner in unserer fünften Ausgabe der Face-on Serie zu sprechen. In dieser Serie sprechen wir mit einflussreichen Personen aus unserer Branche, also im weitesten Sinne immer mit FinTech- & SaaS-Bezug.

Jochen, ihr fokussiert auf die Digitalisierung im Mittelstand. Die Digitalisierung ist ein Kernelement der von der Bundesregierung ausgerufenen Initiative ‚Industrie 4.0‘ zur Stärkung des deutschen Wirtschaftsstandortes, die derzeit in aller Munde ist. Hier geht es insbesondere um digitale Vernetzung und Informationstransparenz. Welche Möglichkeiten und welchen Nutzen seht ihr, die Debitorenbuchhaltung in diesen Megatrend zu integrieren?

[Jochen]: „Aus unserer Sicht ist eine der größten Probleme die nicht-verbundenen ERP-Systeme der Unternehmen und damit einhergehend Prozessprobleme. Fragen wie: Wann bekomme ich mein Geld, was wurde von der Rechnung abgezogen und warum und welche offenen Rechnungen wurden nun genau gezahlt werden heute primär durch manuelle Prozesse beantwortet - oft übers Telefon zwischen den Buchhaltungs-Abteilungen. Wir arbeiten an den Lösungen indem wir neben den bekannten Bankprozessen rund um Zahlung und Finanzierung einen Datenaustausch zwischen den ERP-Systemen ermöglichen und somit einen Teil zur weiteren Digitalisierung bzw Industrie 4.0 beitragen."

Viele Unternehmer haben nach wie vor Hemmungen, E-Rechnungen anstelle von schriftlichen Rechnungen zu verschicken. Woran liegt das und wie lässt sich dem entgegenwirken?“

[Jochen]: „ Genaue Zahlen kenne ich nicht, da wir wir unseren Produkten erst dann starten nachdem eine Rechnung gebucht wurde, egal wie diese verschickt wurde - papierhaft oder elektronisch. Generell sind Rechnungen ja auch nur ein kleines Puzzle-Stück in einer übergreifenden Digitalisierung eines gesamten Prozesses. Ich denke die Hemmungen werden gefallen sein, wenn nicht nur das “Silo” Rechnung, sondern der gesamte Accounts Receivable und Payable-Prozess in den Unternehmen digitalisiert wurde."

Jungen Unternehmen fehlt es oft an juristischem Fachwissen und an Erfahrung, um in Sachen Mahnwesen selbstbewusst aufzutreten. Dabei ist Liquidität gerade in den Start-up-Kinderschuhen ein essenzielles Thema. Könnt ihr uns und den Lesern unseres Blogs eine Anlaufstelle bei Fragen und Problemen nennen?

[Jochen]: „ Digitalisierung fängt zuerst in den Köpfen an denn der Spruch “so haben wir es immer gemacht” ist extrem hartnäckig. Aber Digitalisierung ist ja kein Selbstzweck nur der Digitalisierungs-Willen, weil der CFO jetzt so “innovativ” ist. Nur wenn man mehr Produktivität und Effizienzen heben kann treibt es die Digitalisierung und rechtfertigt den Aufwand vs Nutzen. Vielleicht müssen wir alle versuchen Digitalisierung nicht als Bedrohung oder Kosten/Zeit/Aufwand zu positionieren, sondern als Chancen mit konkreten Erfolgsmeldungen."

Digitale Daten sind nahezu in Echtzeit und vergleichsweise einfach auswertbar. Welche zusätzlichen Möglichkeiten ergeben sich dadurch, die z. B. über das reine Mahnwesen hinausgehen?

[Jochen]: „Das stimmt zu BigData auf einer abstrakten Ebene. In der Realität scheitert es leider an den Basics, nämlich der Grundlage, dem Zugang zu den Daten. Wenn ein Unternehmen eine Rechnung bezahlt, werden nur Rechnungsbetrag und ggfs Rechnungsnummer im Überweisungstext übertragen. Jeder, der eine Rechnung in einer Buchhaltungssoftware kennt, weiß dass viel mehr Informationen vorliegen aber im “Silo” Buchhaltungssystem verbleiben. Angefangen von den Details der Rechnungsposten, Rabatte, Zahlungsziele bis hin zur Güte der Kundenbeziehung wie historisches Zahlverhalten oder historische Warenqualität und Pünktlichkeiten der Lieferung. Jedoch ist der Überweisungstext so “groß” wie eine Twitter-Nachricht oder eine SMS: 140 Zeichen und wir alle wissen wie limitierend dies ist. Hat man die Daten, kann man viel mehr machen als Zahlungszuordnung, Mahnwesen etc. Es sind damit auch komplett neue Formen von Finanzierungen im Trade-Finance Bereich möglich und vieles mehr."

Digitales Mahnwesen heißt, dass sämtliche Daten zum Zahlungsverkehr digitalisiert sind. Was ist eure Erfahrung mit IT-Sicherheit? Welche Risiken seht ihr hier und wie sichert man sich dagegen ab bzw. grenzt diese ein?

[Jochen]: „IT-Sicherheit ist eine Grundvoraussetzung heutzutage. Spätestens seit der CEO von Target wegen eines Datenhacks von Kreditkarten seinen Platz räumen musste ist dieses Thema auch im Board-Room angekommen. Jedes Fintech weiß, dass ein Datenhack nicht nur der GAU darstellt, sondern gerade als StartUp fast einem Todesurteil gleich kommen kann. Daher haben wir etliche (wiederkehrende) Zertifizierungen durchlaufen und legen Wert in welchen Rechenzentren wir die Daten hosten und wie diese zertifiziert sind. Ferner haben wir einen eigenen Chief Security Officer. 100%ige Sicherheit gibt es nie, aber man kann damit schon einmal viele Angriffspunkte ausschließen."


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