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Was ist der Delkredereschutz?

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Maximilian Stuber am 13.06.2018

Hintergrund

Das „Delkredere“ ist im Handelsrecht die Haftung oder Gewährleistung für den Eingang einer Forderung.

Der Begriff leitet sich ab vom Italienischen del credere = des Glaubens.

Das „Delkredererisiko“ ist die Gefahr des Forderungsausfalls, die der Rechnungssteller eingeht.

Der „Delkrederefall“ ist die Zahlungsunfähigkeit eines Rechnungsempfängers (respektive Schuldners).

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Welche Maßnahmen müssen für einen Delkredereschutz ergriffen werden?

Schutz vor dem Delkrederefall

Eine Möglichkeit, sich vor dem Zahlungsausfall zu schützen, ist die Abtretung einer Forderung an ein Factoring-Unternehmen.

Zu beachten ist dabei, dass es verschiedene Formen des Factorings gibt, die sich theoretisch unterscheiden lassen, in der Praxis aber nur in Kombination auftreten:

Beim echten Factoring übernimmt der Factor das Risiko des Zahlungsausfalls = Delkredereschutz.

Beim unechten Factoring bleibt das Delkredererisiko beim Rechnungssteller.

Darüber hinaus ist das offene vom stillen Factoring zu unterscheiden. Bei Ersteren erfährt der Rechnungsempfänger vom Forderungskauf, bei Letzterem nicht.

Vorteile des Factorings

Liquidität

Der entscheidende Vorteil ist die sofortige Liquidität. Kaum ist eine Rechnung gestellt, ist sie auch schon bezahlt. Laufende Kosten können zuverlässig gedeckt und neue Investitionen besser kalkuliert werden.

Entlastung

Das Forderungsmanagement geht über auf den Zessionar/Factor. Der Rechnungssteller ist also vom eventuell notwendigen Eintreiben der Forderung entlastet.

Nachteile des Factorings

Abschlag

Forderungskauf ist eine Dienstleistung, also solche verursacht sie Kosten. Die Summe der offenen Forderung wird nur mit Abschlag übernommen.

Kundenorientierung?

Eine dritte Instanz tritt in das Geschäftsverhältnis zwischen Rechnungssteller und Rechnungsempfänger und übernimmt das womöglich notwendige Mahnwesen. Zumindest beim offenen Factoring könnte diese Tatsache die Kundenbeziehung irritieren.

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Fazit

Die Bezahloption „Kauf auf Rechnung” geht immer mit dem Risiko einher, dass ein Kunde nicht zahlt. Rechnungssteller können sich beispielsweise durch Factoring vor diesem so genannten Delkrederefall schützen, müssen aber Abschläge und Kosten in Kauf nehmen für eine Forderung, die ihnen zu 100 % zusteht.

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